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Du hast bei «Blau in Blau» mit einer kleinen Band gearbeitet. War dir die persönliche Note besonders wichtig?
Total wichtig. Ich bin kein Mensch, der in der Öffentlichkeit jemand anderes sein will. Und trotzdem ist meine Aussen-Wahrnehmung anders als mich meine Freunde sehen. Andere Künstler schlüpfen bererechtigterweise immer in eine Rolle. So kann man die öffentliche Person besser von der Privatperson trennen. Ich kann das nicht. Beim Album wollte ich nicht so viele Menschen, die mir reinreden um mich haben. Viele Köche verderben den Brei. Meine Bedingung an die Leute, mit denen ich zusammenarbeite ist, dass sie mich als Mensch kennen lernen und wir die gleiche Wellenlänge haben.
Inwiefern sehen dich deine Freunde anders?
Das ist schwierig zu sagen. Ich stehe seit neun Jahren in der Öffentlichkeit. Da verselbstständigen sich Dinge. Wer meine Gedanken, Gefühle und intimsten Geheimnisse kennt, sieht mich natürlich anders. In der Öffentlichkeit sieht man mich mit einer gewissen Oberflächlichkeit. Damit schütze ich mich auch selbst.
Auf deinem neuen Album gewährst du aber tiefe Einblicke...
Man gibt viel von sich in eine Rolle hinein. So ist das auch in der Musik. Ich muss hinter allem stehen können, aber es muss nicht immer alles eins zu eins meinen aktuellen Gefühlen entsprechen. In der Kunst darf ich mir diese Freiheit nehmen.
In der Widmung an deinen Freund schreibst du, er habe dir «kräftige Farben» gezeigt. Warst du bislang blass?
Mit den kräftigen Farben meine ich gewisse Stärken, die ich habe. Nicht nur musikalische, sondern auch Charaktereigenschaften, die er mir gezeigt hat. Etwa auf manches zu vertrauen und sie auszuleben. Das hat mich musikalisch geöffnet. Oliver half mir, meine Musik aus der Engstirnigkeit heraus zu holen. Ich war zuvor sehr im RnB und Soul fest gefahren.
Welche Rolle spielte dein Partner bei dieser Erkenntnis?
Eine Partnerschaft beeinflusst natürlich wie man sich fühlt. Und ich fühle mich gut und sehr bei mir. Ich vertraue auf meine Intuition und habe gelernt, mich durchzusetzen. Das fiel mir bisher schon schwer.
Warst du vorher gar nicht selbstbestimmt?
Ich nehme mir heute mehr Freiheiten als damals als Newcomer. Ich kann sie mir auch nehmen. Meine Erfahrung in der Musik-Branche hat mich gelehrt, wem ich vertrauen kann. Früher hab ich die Verantwortung abgegeben. Das mache ich heute nicht mehr so leichtfertig. Ich habe zu selten auf meine Intuition gehört. Und war dann umso enttäuschter, wenn ich eigentlich richtig lag, aber jemand anderen die Entscheidung hab fällen lassen.
Gibt es irgendetwas, was du bereust?
Es gibt einige Fotos, die mir richtig weh tun. Ich sehe mich heute aber auch anders als damals. Es gibt Sachen, bei denen ich anders reagieren würde. Aber ich kann nicht sagen, dass ich etwas bereue. Weil all das hat mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Wie Edith Piaf so schön sagte: «Je ne regrette rien». Nicht einmal Schmerz und Enttäuschungen.
Dein Freund schrieb drei Texte für «Blau in Blau». Wie war die Zusammenarbeit?
Oliver war öfters beim Musizieren zuhause dabei. Da sind dann die Songs anfangs mit einem Gitarristen entstanden. Im ersten Moment war ich mir nicht sicher, ob die Zusammenarbeit eine gute Idee ist. Aber wenn man in der Kunst etwas findet, bei dem man schön zusammen arbeiten kann, ist das doch etwas Wunderbares. Bei uns hat es funktioniert, weil er mich so gut kennt.
Du singst vom ersten Mal eines Paares. Woher kommt das Offenherzige?
Wenn ich mit meiner Stimme und der Musik eine erotische Atmosphäre schaffen möchte, gehören die Worte einfach dazu. Über Sex spreche ich nicht in der Öffentlichkeit, aber über die erotische Spannung kurz davor, darf man doch ruhig in einem song singen In der Kunst hat so etwas seine Berechtigung. Sich Ausziehen für Magazine ist eine ganz andere Sache: Natürlich gibt es schöne erotische Fotos. Aber für mich hat das nichts mit der Schauspielerin und sängerin zu tun. Das wäre dann ich, schutzlos.
Du hast früher mit Dieter Bohlen Songs aufgenommen. Kannst du dir vorstellen, die Zusammenarbeit fortzusetzen?
Die Frage hat sich mir nie gestellt. Viel Zeit haben wir nicht miteinander verbracht. Das hat einfach viel Aufmerksamkeit bekommen, was mich ein bisschen ärgert. Andere hätten auch so eine grosse Aufmerksamkeit verdient. Wir haben vielleicht 10 Stunden im Studio verbracht. Die Zusammenarbeit hat aber nicht besonders nett geendet.
Was ist geschehen?
Ich mag nicht um mich werfen. Es gab einfach keinen Grund, zum Weiterarbeiten. Wir haben uns menschlich und musikalisch nicht verstanden. Dann sollte man die Zusammenarbeit nicht weiterführen.
«Blau in Blau», seit dem 2. März im Handel. Yvonne Catterfeld (29) liebt Schauspieler Oliver Wnuk («Stromberg») . Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der RTL-Soap «Gute Zeiten, schlechte Zeiten».- Sony Music