Neues Album am gleichen Tag DJ Bobo vs. Krokus

  • Publiziert: 10.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Lukas Rüttimann und Gabriel Brönnimann

Bald kommts zum Kampf der Giganten in der Schweizer Musikszene. Die Messer sind gewetzt.

Bobo gegen Krokus, «Fantasy» gegen «Hoodoo», fröhlicher Buddha-Tanzpop gegen rockiges Hexenzeugs. Wer hat am 26. Februar die Nase vorn und steht mit seiner CD auf Platz 1 der Hitparade?

DJ Bobo (42) lächelt entspannt. «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Platte. Aber ich schleppe immer noch eine Bürde mit mir rum – vom Ausscheiden beim Eurovision Song Contest 2008», sagt er im Powerplay-Studio von Maur ZH, wo er BLICK exklusiv seine neue CD vorstellt. Ausgerechnet dort also, wo Krokus ihre grössten Erfolge produziert haben («Headhunter», «Metal Rendez-Vous»).

Tatsächlich hat sich Bobo mit dem Eurosong «ein Ei gelegt», wie er sagt. Aber seit Lady Gaga und David Guetta mit Eurodance-beeinflussten Songs Riesenerfolg haben, muss sich Bobo erst recht nicht mehr für seine Musik schämen. «Die Zeiten kommen mir entgegen», sagt er. Deshalb hat er wieder vermehrt auf Eurodance gesetzt – und dieser Sound steht ihm nach wie vor am besten.

So will Bobo trotz Krise mehr als die 20000 CDs verkaufen, die er zuletzt mit «Vampires» absetzte. Zumindest in die Höhen von «Pirates» (38000) soll es gehen. Aber Bobos Haupteinnahmequelle sind seine Tourneen. «Darum würde ich Krokus die Nummer 1 gönnen – sie haben es nötiger als ich», sagt er ironisch lachend. Um sich sofort zu verbessern: «Für sie ist es wichtiger.»

Tatsächlich ist der Druck auf Krokus grösser. Die Originalformation war fast 25 Jahre weg – ihr Comeback muss zünden, sonst ist der Ofen aus. «Ich erwarte Platin», sagte Chris von Rohr (57) denn auch zu BLICK. Ob die CD an den Erfolg von «Metal Rendez-Vous» (150000 verkaufte Exemplare allein in der Schweiz) anzuknüpfen vermag, davon wagt noch niemand zu träumen.

BLICK konnte sich in Berlin bereits von der Qualität des Albums überzeugen. Fans dürfen sich freuen: «Hoodoo» ist eine Hammerscheibe, die locker an die letzte AC/DC-Platte «Black Ice» rankommt. BLICK weiss, dass das Krokus-Management in Berlin den Konsens mit Bobo suchte, um den zeitgleichen Release zu verhindern.

Vergebens. Darum kommts jetzt am 26. Februar zum grossen Showdown der Schweizer Musikstars. Die Gewinner stehen bei beiden jetzt schon fest – ihre Fans.