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1988 ist Geschichte, genau wie die Dauerwelle der damaligen Gewinnerin Céline Dion. Seither ging es für die Schweiz stetig bergab, bis kurz vor der Jahrtausendwende endgültig der freie Fall einsetzte. «Lass ihn» sang Gunvor in Birmingham – sie hätte es besser bleiben lassen. «Switzerland – Zero Points» lautete das brutale Verdikt, an das sich das Publikum mittlerweile gewöhnt hat, wenn es der Schweizer Beitrag denn überhaupt bis zur Punktevergabe schafft.
Nach einem Jahr Pause wegen des Nullers versuchte sich 2000 Jane Bogaert mit «La vita cosè». Ihr 20. Platz – von 24 Teilnehmern – bedeutete wieder ein Jahr lang Wunden lecken. 2002 war dann die Reihe an Schlager-Schätzchen Francine Jordi und «Dans le jardin de mon âme». Doch das Pflänzchen wollte wieder nicht spriessen, Francine landete auf dem drittletzten Platz.
Wieder hatte sich die Schweiz ein Jahr Pause «verdient», bevor 2004 die Neuzeit am Eurovision Song Contest eingeläutet wurde. Und zwar mit Piero Esteriore & The MusicStars. «Celebrate!» gaben die Retortenstars zum Besten, ein Lied aus der Feder von Greg Manning, musikalischer Leiter der Casting-Show. Erneut hiess es «Switzerland – Zero Points», aber immerhin war die Schweiz dank einer Modus-Änderung im folgenden Jahr am ESC mit von der Partie.
Das Schweizer Fernsehen beschritt darauf neue Wege und siehe da, es funktionierte. Girl-Power von Vanilla Ninja aus Estland brachte der Schweiz das beste Ergebnis seit 1993 – Banzai! Doch schon im nächsten Jahr kehrte man auf völlig ausgetretene Pfade zurück und engagierte Eurovisions-Legende Ralph Siegel als Songschreiber. «If we all give a little» hiess das Lied der zusammengewürfelten Truppe six4one. Die Mitglieder stammten aus Schweden, Bosnien und Herzegowina, Malta, Deutschland, Israel und in Form der ehemaligen MusicStar-Teilnehmerin Claudia DAddio der Schweiz. Es kam wenig heraus beim Multi-Kulti-Versuch – Platz 17.
Aber die Schweiz liess sich nicht unterkriegen und schöpfte neuen Mut: Dank des helvetischen Superstars DJ Bobo. Was die EDU mit ihrer Initiative nicht schaffte, war für die Zuschauer ein Leichtes: Sie schickten «Vampires are alive» bereits im Halbfinale zurück in die Gruft. Auch der Tessiner Paolo Meneguzzi schaffte 2008 den Sprung ins Finale nicht, dieses Jahr klatschten bekanntlich die Lovebugs mit gegen die Wand.
Doch die Schweiz lässt sich nicht unterkriegen. Wir geben auch nächstes Jahr gerne wieder den Prügelknaben, alles andere ist langweilig. Und dabei sein ist schliesslich alles! (zeb)