Depeche-Mode-Star Andrew Fletcher «Wenn ich saufe, brauche ich danach eine Woche Erholung!»

Depeche-Mode-Star Andrew Fletcher (49) im BLICK-Interview über Alkohol, Drogen und schmerzende Knochen.

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Seit 30 Jahren gehören Depeche Mode zu den erfolgreichsten Pop-Bands der Welt. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Andrew Fletcher:
Wir haben immer hart gearbeitet und sind nie stehen geblieben. Ausserdem haben wir das Glück, mit Martin Gore einen genialen Songschreiber zu haben und in Dave Gahan einen fantastischen Frontmann. Um ehrlich zu sein: Es ist ein wunderbarer, niemals enden wollender Traum, dass wir immer noch so erfolgreich sind.

Dieser Traum drohte zum Albtraum zu werden.
Wir hatten sehr dunkle Tage. Drogen- und Alkoholexzesse hätten Depeche Mode beinahe zugrunde gerichtet. Doch wir sind aus der Dunkelheit herausgekommen.

Was war das grösste Problem von Depeche Mode?
Ganz klar Dave Gahans Heroinsucht Mitte der 90er-Jahre. Er war in einem erbärmlichen Zustand. Es kam der Punkt, wo wir überzeugt waren, dass er es nicht mehr aus dem Drogensumpf raus schafft.

Haben Sie sich überlegt, den Sänger aus der Band zu schmeissen?

Das wäre nie in Frage gekommen. Wenn Dave nicht mehr hätte mitmachen können, hätte es auch keine Depeche Mode mehr gegeben. Das hätte definitiv das Ende der ganzen Band bedeutet.

Wie hat es Dave Gahan schliesslich geschafft, von den Drogen loszukommen?
Er hat sehr viel Kraft gezeigt, ging lange in die Entzugstherapie. Heute ist er in einem sehr guten Zustand. Er ist seit mehr als zehn Jahren clean und macht einen stabilen Eindruck.

Wie hat sich das Leben als Rockstar über die Jahre verändert?

Wir werden besser bezahlt, was eine sehr angenehme Nebenerscheinung ist. Doch trotz allen Ruhms würde ich behaupten, dass wir ziemlich gewöhnliche Menschen geblieben sind. Obwohl uns alle kennen, können wir ein normales Leben führen. Wir gehen ins Pub, ins Kino oder Restaurant, ohne dass es einen grossen Aufruhr gibt. Depeche-Mode-Fans sind glücklicherweise sehr freundliche und eher zurückhaltende Zeitgenossen.

Worin haben Sie sich persönlich verändert?

Ich bin entspannter geworden. Früher war ich sehr impulsiv, heute bringt mich nichts mehr so schnell auf die Palme. Ausserdem trinke ich definitiv viel weniger als früher. Vor 20 Jahren konnte ich noch jeden Abend um die Häuser ziehen.

Und heute sind Sie ein Stubenhocker geworden?
Nein, ich gehe immer noch gerne mit den Jungs ins Pub um die Ecke. Aber wenn ich saufe, brauche ich danach eine Woche Erholung. Und selbst dann schmerzen die Knochen jeden Morgen beim Aufstehen. Ich werde halt langsam alt (lacht).

Wofür geben Sie Ihr Geld aus?
Für meine Frau. Sie liebt es, wenn ich ihr teure Kleider schenke. Ausserdem sind meine zwei Kinder noch in der Ausbildung. Meine 19-jährige Tochter geht auf die Uni, der 17-jährige Sohn noch zur Schule. Das verschlingt auch viel Geld.

Und Sie selbst leisten sich nichts?
Doch, das Saisonabonnement meines Lieblingsklubs Chelsea. Und Fussball ist sehr teuer geworden in England.

Auf Ihrem gerade veröffentlichten Album «Remixes 2: 81-11» liessen Sie Starproduzenten wie Eric Prydz oder Trentemøller alte Depeche-Mode-Hits neu überarbeiten. Keine Ideen mehr für neue Songs?
Im Gegenteil. Das Album ist ein Geschenk an unsere treuen Fans, die schon lange auf ein zweites Remix-Album gewartet haben. Doch 2012 werden wir auch wieder ein komplett neues Album präsentieren und danach auf Welttournee gehen.

Was sagt Ihre Gattin, wenn Sie wieder monatelang auf Tour sind?
Meine Frau und ich sind seit 30 Jahren zusammen. Sie liebt es, wenn ich wieder mal weg bin. Denn ich bin auf Dauer keine angenehme Person zum Zusammenleben.

Publiziert am 20.06.2011 | Aktualisiert am 02.01.2012
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2 Kommentare
  •   20.06.2011
    Ohhh,verschlingt die Ausbildung seiner Tochter auch viel Geld...Und sein Saisonabo von Chelsea kostet auch mehr...,Mann,was ist den das für ein erbärmlicher Zeitgenosse?Hat Multimillionen auf seinem Konto,lebt im Londoner Westend in einer Villa und redet wie ein armer Arbeiter.Einfach nur peinlich.Geiz ist wahrlich NICHT Geil.Hoffe das war jetzt nicht rassistisch,beleidigend oder themenfremd...
  •   20.06.2011
    Immer die gleichen langweiligen Fragen,welch man schon vor 15 Jahren hätte stellen können.