«Mark Neill, unser Produzent, gilt eben als Sound-Exzentriker», schwärmt Oliver Baroni (35), Bandleader und Kontrabassist der Hillbillys, wenn er an die Aufnahmesession in San Diego, Kalifornien, zurückdenkt.
Neill hat schon vor drei Jahrzehnten mit dem legendären Ricky Nelson zusammengearbeitet. Im letzten Frühjahr dann mit dem verrückten Vierer aus der Limmatstadt. Alle Songs wurden mit alten, analogen Studer-Bandmaschinen aufgenommen, die Neill den Abbey-Road-Studios der Beatles abgekauft hatte.
«Diese Frau kann singen», meinte Neill anerkennend über Sängerin Emanuela Hutter, nachdem er deren erste CD gehört hatte. «All we have to do is let her go crazy» («Wir müssen sie nur völlig durchdrehen lassen»), hätte er beim ersten Telefon vorgegeben.
Das gelang. «Völlige Hingabe, hinstehen, spielen, abräumen, ist unser Verständnis für die Musik von damals», sagt Bandleader Baroni. Das fehle manchen Musikern von heute etwas. Eine Kampfansage an alle, die meinen, Hillbilly sei Hinterwäldler-Musik in einer von Hip-Hop-Beats bestimmten Zeit.