20. Todestag Claude Nobs erinnert sich an Freddie Mercury

Heute vor zwanzig Jahren starb Freddie Mercury. Sein Freund Claude Nobs, Gründer des Montreuz Jazz Festival, gedenkt dem Queen-Sänger.

  • Publiziert: 24.11.2011, Aktualisiert: 17.51 Uhr
  • Von Kaye Anthon

Heute ist ein ganz spezieller Tag für den Mitgründer des Montreux Jazz Festival, Claude Nobs (75). Heute vor genau zwanzig Jahren starb Freddie Mercury (†45) um 19 Uhr in seinem Haus in London an Aids.

«Ich war sehr gut mit Freddie befreundet. Fünf Wochen vor seinem Tod waren wir in Montreux noch zum Nachtessen verabredet», sagt Nobs. Es sei ein sehr schöner Abend gewesen.

«Freddie fühlte sich in Montreux wie zu Hause, er besass ja auch eine Wohnung mit Seeblick. Er schwärmte immer: ‹Wenn du deinen Seelenfrieden möchtest, dann geh nach Montreux›.» Mercury sei auch ein grosser Liebhaber von Raclette und Fondue gewesen. «Freddie war unter Freunden ganz normal, nicht so extravagant wie auf der Bühne. Er war sehr aufmerksam und sensibel.»

Der schrille Queen-Sänger mochte es, mit Freunden zusammenzusitzen: «Essen, trinken und feiern. An diese geselligen Abende erinnere ich mich sehr gerne», so Nobs. Einer dieser Abende sei ganz besonders gewesen: «Einmal waren David Bowie und er bei mir daheim, da schickte ich die beiden nach dem Essen ins Studio. Erst sträubten sie sich, liessen sich aber erweichen. Kurz darauf tauchten sie wieder auf und sagten: «Claude, wir haben einen Song: Er heisst ‹Under Pressure›». Er wurde ein Hit!

Doch wie reagierte Nobs, als er von Freddies Tod erfuhr? «Mir verschlug es die Sprache. Ich fragte mich, warum ausgerechnet er so früh sterben musste?» Von seiner HIV-Erkrankung habe er nichts gewusst: «Es gab zwar Gerüchte. Aber Freddie sprach nie darüber.» Die Krankheit sei damals ein Stigma gewesen. «Sechs Monate nach seinem Tod kam das erste Medikament gegen das Virus auf den Markt. Hätte Freddie durchgehalten, würde er vielleicht noch leben», so Nobs.

In Montreux findet heute Abend ein Gedenkkonzert für Freddie Mercury statt. «Zwar sind schon zwanzig Jahre seit seinem Tod vergangen. Aber mein Freund bleibt unvergesslich», sagt Nobs.