Zum 30. Todestag von Bon Scott Chris von Rohr: «Er hatte Eier – grosse Eier!»

  • Publiziert: 19.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Fabian Zürcher

ZÜRICH – Heute vor 30 Jahren starb AC/DC-Sänger Bon Scott. Krokus-Frontmann Marc Storace hätte seinen Platz einnehmen können.

Am 19. Februar 1980 erstickte Bon Scott 36-jährig im Vollrausch an seinem eigenen Erbrochenen. Krokus-Bassist Chris von Rohr (58) erinnert sich: «Sein Tod war ein unersetzlicher Verlust für die Band und die gesamte Hardrock-Szene. Einen wie ihn gibt es nur einmal.» Für Gitarrist Fernando von Arb (57) ist klar: «Bon Scott aus nächster Nähe zu erleben, war die authentischste RocknRoll-Performance ever!»

Die beiden müssen es wissen. Von Rohr: «Fernando und ich waren 1976 beim ersten Schweizer AC/DC-Konzert im halbleeren Volkshaus. Das war die absolute RocknRoll-Götterhämmerung! Und mittendrin dieser Mann, der wie ein Matrose von einem Schiff auf die Bühne getorkelt kam – man nannte ihn Bon Scott.»

Als eben dieser Bon Scott starb, suchte AC/DC Ersatz. Und wollten Krokus-Sänger Marc Storace für die Band: «Wir standen am Anfang unserer Karriere, genossen den Erfolg. Und dachten, Krokus sei die beste Sache seit Elvis Presley», meint Storace (58) rückblickend. «Ich kannte AC/DC damals so gut wie gar nicht, hörte lieber Led Zeppelin oder Deep Purple. Ausserdem ging Krokus gerade auf die Hardware-Tournee. Ein Band-Wechsel kam für mich nicht in Frage.»

Bereut Storace heute, nicht Teil einer der grössten Hardrock-Bands aller Zeiten geworden zu sein? «Solche Gedanken mache ich mir nicht. Das ist einfach Schicksal. Ausserdem geriet mir damals der Vergleich mit Bon Scott in den falschen Hals. Heute liebe ich seine Stimme und seine Texte.»

Oder wie es Chris von Rohr ausdrückt: «Was mir immer an Bon Scott gefiel: Egal ob in den Songs wie ‹Big Balls›, ‹Whole Lotta Rosie› oder ‹Shes Got The Jack›: Der Mann nannte die Dinge beim Namen. Er hatte Eier, grosse Eier. Und brachte das Ganze mit einem schelmischen Augenzwinkern rüber. Das bleibt einmalig!»

Krokus fahren ein

Am Freitag, 29. Februar bringt Krokus mit «Hoodoo Woman» das erste Studio-Album seit 25 Jahren auf den Markt. Und die Schweizer Hardrock-Legenden haben nichts verlernt, wie die 11 taufrischen Songs auf «Hoodoo Woman» beweisen. Auf Blick.ch gibt es bereits einen Vorgeschmack: «Drive It In» kann bis heute Mitternacht kostenlos heruntergeladen werden. Der Eröffnungstrack von «Hoodoo Woman» entstand bei einem Jam im Krokus-Probelokal, man merkt der Band die Spielfreude an. Chris von Rohr: «Wir wollten mit der Up-Tempo-Nummer gleich die Stossrichtung vom Album vorgeben. Volle Kanne eben!»
play Bon Scott. (Getty)