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Ganz links: Büne Huber, Frontman der Berner Mundartband Patent Ochsner. (ZVG)
Büne Huber tigert im Sitzungszimmer seiner Plattenfirma auf und ab. «Trinken Sie auch ein Glas Weisswein mit?», fragt er den Journalisten. Das siebte Studioalbum von Patent Ochnser heisst «The Rimini Flashdown», ein seltsamer Titel. Und die Frage mehr als erlaubt:
Was steckt dahinter, schräge Idee oder tieferer Sinn?
Im Traum ist mir Federico Fellini erschienen, der Regisseur, und hat mir diesen Namen diktiert. Am nächsten Morgen fand ich das so doof und so toll zugleich... Ich hab mir gedacht: Wenn Fellini das sagt, soll es so sein, so muss die Platte heissen. Und wissen Sie, was das Komische war? Er hat Berndeutsch gesprochen.
Den Seinen gibts der Herr also im Schlaf?
Ich bin so froh, bin ich endlich diese Probleme los. Von der 3. Klasse an war ich massiv schlafgestört. Einmal brachte ich von Dienstagmorgen sieben Uhr bis Sonntag Mitternacht kein Auge zu. Mein persönlicher Rekord. Seit einem Jahr kann ich endlich schlafen. Und zum ersten Mal werden nun Träume wichtig für meine Musik. Ich träume Songzeilen und höre den Refrain dazu. Ich finde es scharf, nach dem Erwachen ein diffuses Bild davon zu haben, das sich im Laufe des Tages klärt.
Und da liegt kein Notizblock neben dem Bett?
Nein, aufschreiben in der Nacht bringt gar nichts. Ich liebe das Surreale. Und ich bin ein visueller Mensch. Ich habe ein Bild, eine Stimmung, die ich umzusetzen versuche. Deshalb scheitere ich oft auch so fürchterlich. Weil vieles schlicht nicht beschreibbar ist. Heilandsack habe ich mich schon verrannt. Anfangs Jahr bin ich einen ganzen Monat über einem Text gesessen und habe mich jeden Tag tiefer in die Scheisse geritten. Irgendetwas musste passieren. Ich lenkte mich ab, machte etwas ganz anderes. Ging in die Küche und kochte Sugo, vier Liter. Und der Text war plötzlich da.
Zu welchem Song?
Verrate ich nicht. Sonst sagen die Leute: Das hört man, das ist ein Murks.
Sie haben Angst, zu versagen?
Was heisst hier Angst? Das ist existenziell. Du denkst, du schaffst es nicht und musst wieder zum Berufsberater.