A-ha-Sänger Morten Harket: «Mein Heiler ist immer bei mir»

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • simone matthieu

ZÜRICH – Seit 20 Jahren sind A-ha Synonym für hochstehenden Pop made in Norway. BLICK sprach mit Sänger Morten Harket (46) über das neue Album, sein Image und warum er immer seinen Heiler dabeihat.BLICK: Herr Harket, Ihr norwegischer Heiler sitzt bei uns im Interview, obwohl er kein Wort versteht. Begleitet er Sie überall hin?Morten Harket: «Ja, er ist überall dabei. Auch wenn wir auf Tour sind.»Warum?«Er berät mich in allen gesundheitlichen Belangen. Vor allem auch in der Ernährung. Durch seinen Rat esse ich seit längerem keinen Weizen mehr. Deshalb sehe ich noch so jung aus.»Apropos Aussehen: In den 80ern galten Sie als Sexsymbol. Heute haben Sie dieses Image abgelegt.«Zum Glück! Ich hatte Probleme mit dieser Rolle. Es war ein unnatürlicher, abnormer Status, eine verengte Sicht meiner Person.»Auch das Image von A-ha hat sich verändert.«Ja, wir werden nicht mehr länger als Teenie-Idole hingestellt. Früher hat man hauptsächlich unser Image wahrgenommen, heute steht unser Werk im Mittelpunkt. Bands wie Coldplay sagen plötzlich, dass sie sich an uns orientieren. Das wäre noch vor wenigen Jahren nicht möglich gewesen. In den 90ern galt es als unchic, A-ha-Fan zu sein.»Wie hat sich Ihre Beziehung untereinander verändert?«Wir sind nicht mehr so eng zusammen wie früher, als wir uns noch zu dritt eine Wohnung teilten. Jetzt hat jeder sein Leben, seine Familie. Mags und ich wohnen nach vielen Jahren in London wieder in Norwegen, Paul in New York. Jeder hat seine Soloprojekte, die er neben A-ha verfolgt. Wir sehen uns eigentlich nur noch, wenn wir auf Tour sind.»Und im Studio?«Auch da nicht oft. Heute schreibt jeder von uns seine eigenen Songs und nimmt sie mehr oder weniger allein auf, indem er alle Instrumente selber einspielt oder Musiker unserer Live-Band dazuholt.»Tönt nach einsamer Arbeit.«Ja, ich wünschte mir, wir würden näher zusammenarbeiten. Ich plädiere auch offen dafür. Das wird wohl der nächste Prozess sein, durch den die Band gehen muss. Ich glaube, wenn unsere Musik beim gemeinsamen Jammen und Tüfteln entstünde, wäre sie um einiges rauer und bodenständiger, als sie das im Moment ist. Das würde ihr gut tun.»So kommen Sie auch zu kurz, wie es scheint. Von Ihnen sind jeweils die wenigsten Songs auf A-ha-Alben.«Paul denkt, er sei der Songwriter, weil er am Anfang alles alleine schrieb. Seit einigen Jahren denkt auch Mags, er sei der Songwriter, weil er angefangen hat, viel Material zu liefern. Und Paul ist sehr ehrgeizig und oft der Stärkere. Ich mag mich nicht in diese Konkurrenzkämpfe einmischen. Für mich ist das keine Prestigefrage, wie viele Songs von mir sind.»CD: «Analogue» ab 4. 11. im Handel. Konzert: 16. 11. AVO-Session Basel.

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