
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Roxane Mesquida: Bonjour, nice to meet you ...
Oh, Sie können sprechen...!
Aber leider kein Schweizerdeutsch. Ich habe es versucht, aber es ist so unendlich schwierig! Zum Glück musste ich im Film kein einziges Wort sagen.
War es schwierig für Sie, die ganze Zeit aufs Maul sitzen zu müssen?
Nicht wirklich. Ich mache ja eine Menge Geräusche (lacht). Aber es war super: Ich musste keine Dialoge auswendig lernen und konnte die ganze Nacht Party machen.
Ja genau.
Nur ein kleiner Scherz. Im Ernst: Dieses Drehbuch war das Verrückteste, das mir je unter die Augen gekommen ist. Aber es hat mich fasziniert: Einfach instinktiv zu sein, das ist genau mein Ding. Girl-Power!
Girl-Power?
Ja, «Sennentuntschi» ist auf eine gewisse Art ein sehr feministischer Film. Fast schon ein bisschen Rodriguez/Tarantino-Style – mit einer starken Frau, die sich rächt. Es ist genau der richtige Zeitpunkt für diesen Film. Jetzt, wo ihr vier Frauen im Bundesrat habt.
Aber als Erstes sucht das Sennentuntschi doch Schutz bei einem starken Mann, nicht?
Nein, das täuscht. Der Film hat eine komplexe Erzählstruktur, das Sennentuntschi ist völlig unerfahren, es lebt einfach seine Instinkte. Es kennt die Regeln der Gesellschaft noch nicht. Das ist der spannende Punkt an dieser Geschichte: Wer bestimmt all diese Regeln? Wer sagt denn, dass man sein ganzes Leben mit einer Person verbingen muss und all diese Dinge?
Wie denken Sie selbst darüber?
Die Regeln der Geselllschaft bringen Ordnung, ohne sie gäbe es Anarchie. Ich glaube an Gott, aber ich wurde nicht religiös erzogen. Ich denke, dass es nicht gut ist, wenn man bei Menschen Schuldgefühle weckt.
Das scheint bei Ihnen ja nicht der Fall zu sein. Warum ziehen Sie sich so gerne vor der Kamera aus?
Gern ausziehen? Wow, so hat mir das noch niemand an den Kopf geworfen (lacht) ... Nun, Serge Gainsbourg hat mal gesagt: Ich muss mich jetzt zeigen, in 10 Jahren werde ichs bereuen. Ausserdem: Im wahren Leben stehen sie auch nicht mit Kleidern unter der Dusche. Sie haben auch nicht Sex mit Ihren Kleidern an, oder? Diese Aufregung ist doch heuchlerisch.
Fühlen Sie sich nackt vor der Kamera wohl?
Ja, ich habe kein Problem mit Nacktheit, bloss mit Vulgarität.
Wo liegt die Grenze?
Wenn es keinen Grund dafür gibt, ist es vulgär. Aber wenn es einen Sinn macht, ist es doch wunderschön. Warum soll man schöne Brüste verbergen?
Sie haben im Film einige heisse Szenen. Finden Sie ihn erotisch?
Der Film ist nicht erotisch, aber sehr sexuell. Er macht dich nicht heiss – man wird eher vor den Kopf gestossen.
Sie werden oft mit Romy Scheider verglichen.
Ja, ich höre das seit ich 5 bin, und es ist eine grosse Ehre für mich! Für mich ist Romy die Grösste. Sie war so natürlich und so talentiert. Ich weiss alles über sie.
Romy Schneider hatte auch kein Problem, sich nackt zu zeigen.
Sie sagen es! Sie hat sich sogar oft eingesetzt, nackt sein zu dürfen. Was für eine tolle Frau!