Kein Preis, kein Trost Die grossen Oscar-Verlierer

  • Publiziert: 28.02.2011, Aktualisiert: 03.01.2012

«The King’s Speech» thronte über allen anderen. Da blieb der Konkurrenz meist nur übrig, sich höflich zu verbeugen.

Besonders ärgerlich verlief die heutige Nacht für die Brüder Joel und Ethan Coen. Insgesamt zehnmal war ihr John-Wayne-Remake «True Grit» für einen Oscar nominiert – zehnmal gingen sie leer aus. Ein Trost für die Filmer: Mit «No Country for old Men» gewannen sie 2008 den Oscar für den besten Film.

Der fehlt David Fincher nach wie vor. Er drehte Kinohits wie «Alien 3», «Seven», «Fight Club» oder «The Curious Case of Benjamin Button» – doch gewonnen hat er den Oscar noch nie. Auch dieses Jahr nicht. Sein Facebook-Film «The Social Network» wurde im Vorfeld hoch gehandelt als möglicher bester Film. Weil die Academy nicht nur bei der Moderation mit James Franco und Anne Hathaway, sondern auch inhaltlich eine Verjüngungskur unternehmen wolle. Die Prognose bewahrheitete sich nicht, mit «The King’s Speech» räumte ein Historiendrama ab. «The Social Network» erhielt zwar drei Oscars, allerdings in den eher unbedeutenden Kategorien beste Drehbuch-Adaption eines Romans, bester Schnitt und beste Film-Musik.

Ähnliches gilt für den Thriller «Inception» von Christopher Nolan. Viermal wurde der Film mit Leonardo DiCaprio ausgezeichnet, für beste Kamera, Spezialeffekte, bester Ton und bester Tonschnitt.

Moderator James Franco musste auf der Bühne miterleben, wie die Crew um Regisseur und Oscar-Preisträger Danny Boyle («Slumdog Millionaire») von «seinem» Film «127 Hours» trotz sechs Nominationen am Ende ohne Oscar da stand.

Auch für Annette Bening war es ein bitterer Abend. Schon zum vierten Mal nominiert, ging sie zum vierten Mal leer aus. Obwohl sie als Academy-Mitglied für sich selbst stimmte, wie sie im Vorfeld verlauten liess.

Und einer der Geschlagenen durfte trotzdem kurzzeitig einen Oscar in den Händen halten: «True Grit»-Star Jeff Bridges. Er überreichte Natalie Portman die Statue. Aber Bridges weiss ohnehin, wie sich ein Oscar anfühlt – er gewann letztes Jahr für seine Rolle in «Crazy Heart».