James Bond in Zürich Mister Craig, wie gefallen Ihnen die Schweizerinnen?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • von simone matthieu und Flavia Schlittler

ZÜRICH – Er ist es wirklich. James Bond Daniel Craig (38). Er wirkt noch feiner als im Film, verletzlicher, sensibler. Höflich steht er auf, als wir den Raum betreten. In seinen blauen Augen blitzt der Schalk.

Sein Händedruck ist angenehm. Sein Lächeln charmant. «Nice to meet you», begrüsst er uns im Zürcher Nobelhotel «Baur au Lac». Unser erster Eindruck: Wow, der Mann ist sexy und cool. Die nächsten zehn Minuten gehört er nur uns.

BLICK: Sie sind sehr elegant. Craig oder Bond?

Daniel Craig: (zupft an seinen goldenen Manschettenknöpfen) «Nun, man hat mir ein bisschen geholfen mit diesem Outfit. Aber ich ziehe mich gern schön und stilvoll an. Nur Shopping mag ich nicht, ich lasse mir die Sachen lieber kaufen.»

Erst hiess es ja, Sie seien der völlig falsche Bond. Zu klein, zu soft, zu blond. Jetzt gibt es nur noch Lob für Sie. Eine Genugtuung?

«Ich dachte nicht gross darüber nach. Das einzige, was zählt und was mich glücklich macht: Wir haben mit ‹Casino Royale› einen guten Film gedreht, der beim Publikum auch noch gut ankommt.»

Er hält jedem Blick stand, wirkt konzentriert und gut gelaunt.

Hatten Sie Einfluss auf den neuen, gefühlsbetonten Bond?

«Ja, ich denke schon.»

Daniel Craig lacht schelmisch, dann nippt er versonnen an seinem Glas. Kein Martini, weder geschüttelt noch gerührt. Nur stilles Mineralwasser.

«Ich hätte die Rolle sonst gar nicht spielen können, wenn ich sie nicht hätte prägen können. Wir haben diese wichtige Liebesgeschichte im Film, mussten Bond also von Beginn an Gefühle zeigen lassen. Ich wollte einen komplizierten Charakter. Einen, der auch Fehler macht.»

Haben Sie sich verändert, seit Sie Bond sind?

«Ganz ehrlich: nein. Ich hab das ganze Jahr einfach nur gearbeitet.»

Aber die Aufmerksamkeit der Frauen geniessen Sie schon?

«Ich schaue Frauen gar nicht an. Ich bin sehr glücklich mit meiner Freundin und das ist es.»

Ist sie nicht eifersüchtig?

«Nein, sie fühlt sich sehr sicher. Das kann sie auch.»

Mehr als fünf Minuten mit Daniel Craig sind schon um.

Wie gefallen Ihnen die Schweizer Frauen?

«Das kann ich nicht sagen, ich bin erst seit einer Stunde hier. Aber ich glaube, sie sind sehr nett.»

Ursi Andress, das erste Bondgirl, war Schweizerin.

«Ich wäre begeistert, sie kennenzulernen. Anscheinend lebt sie sehr zurückgezogen.»

Worauf schauen Sie bei einer Frau zuerst?

«Auf alles. Ich nehme eine Person als Ganzes wahr.»

Sie selber sind ja auch ganz gut in Form.

«Ich hatte über ein Jahr lang Zeit, richtig fit zu werden, hatte einen persönlichen Trainer, trainierte fünf Tage die Woche. Ich schulde das der Rolle. Wäre ich nicht so fit gewesen, hätte ich die harten Dreharbeiten auch nicht durchgestanden.»

Aber Bodyguards brauchen Sie trotzdem.

«Nein. Ich kann sehr schnell rennen, das genügt.»

Sein Glas Wasser ist fast leer. Noch eine Minute.

Kennt der erste blonde Bond eigentlich einen Blondinen-Witz?

«Ich kenne nur Witze, die fünf Minuten lang sind.»

Das wäre zu lang. Die Zeit mit dem charmanten Daniel Craig ist um. Leider.

BLICK-Interview mit Daniel Craig

Daniel Craig: Der erste James
B(l)ond.

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