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«Entweder stirbt man als Held oder man lebt lange genug, um Bösewicht zu werden», so lautet die Erkenntnis im neusten Batman-Streifen «The Dark Knight». In Gotham City regiert die Anarchie: Der verrückte Joker (Heath Ledger) stürzt die Stadt ins Chaos. Er will mit seinen Greueltaten erst aufhören, wenn Batman (Christian Bale) seine Maske abnimmt und seine wahre Identität preisgibt. Der Fledermaus geht langsam die puste aus, er braucht einen Nachfolger. Deswegen verbündet er sich mit dem Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart). Doch dem Flattermann kommen die Gefühle dazwischen: Dent ist nämlich der Freund von Batmans Jugendliebe Rachel (Maggie Gyllenhaal).
Wenn das Helden-Kostüm zwickt
«The Dark Knight» bietet während zweieinhalb Stunden nicht nur gute Unterhaltung mit temporeichen Action-Szenen, gewagten Stunts und mitreissenden Kamerafahrten durch die Schluchten von Gotham City, sondern trumpft auch mit viel Witz, Humor und vor allem Selbstironie auf. Wie schon bei Superman, sitzt auch Batman das Kostüm nach all den heldenhaften Einsätzen nicht mehr so richtig. Trotzdem bleibt ihm Zeit, kurz vor dem K.O.-Schlag an einem von Joker geschickten Batman-Doppelgänger zu erklären, warum nur er der wahre Batman sei: «Ich brauche keine Eishockey-Polster!» Zudem wünscht er sich diesmal, dass er in seinem Fledermaus-Outfit wenigstens den Kopf drehen und in den Rückspiegel seines Batmobils schauen kann.
Neues Spielzeug
Batman wird in «The Dark Knight» noch mobiler: Diesmal rast er auf einem neuen Gefährt, dem Bat-Pod, durch Gothams Strassen. «Das Bat-Pod ist eine Art Motorrad und sieht aus wie ein Flakgeschütz auf fetten Reifen», umschreibt Regisseur Christopher Nolan die coole Maschine. Als Inspiration fürs Drehbuch diente übrigens nicht nur der Comic von Bob Kane, sondern auch der Thriller «Heat», bei dem von Beginn an auch nicht ganz klar ist, wer gut und wer böse ist. So hat auch «The Dark Knight» zwei Seiten. Die Frage lautet «Kopf oder Zahl? Und wer spielt mit wem?»
«Why so serious?»
Einige mögen das neueste Batman-Epos für voraussehbar, zu langatmig oder zu düster halten. Doch der Streifen besticht nicht nur durch seine Action-Szenen, sondern vor allem durch einen: Heath Ledger. Als psychopathischer Joker spielt er die anderen Darsteller regelrecht an die Wand. Bei jeder einzelnen Szenen merkt der Zuschauer, wie viel Spass Heath Ledger daran hatte, in die Rolle des fies-verrückten Gamblers zu schlüpfen. Eine wirklich Oscar-reife Leistung!