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Der Bösewicht: Amalric als Wohltäter Dominic Greene. ((Karen Ballard / LLC, United Artists, Columbia Pictures))
Blick: Herr Amalric, Sie sehen nicht besonders böse aus.
Mathieu Amalric: Nein. Das hat mir zu Beginn auch grosse Angst gemacht. Als ich die Rolle bekam, glaubte ich erst an eine Verwechslung. Ich sagte zu Marc Forster: Warum kriege ich keine Narbe? Warum kann ich mir nicht den Kopf rasieren wie du? Gebt mir eine Katze wie Blofeld! Oder wenigstens einen kleinen Hund! Es hat leider alles nichts genützt (lacht).
Warum hat man Ihnen keine Bösewicht-Gimmicks gegeben?
Das ist ja gerade das Interessante: Wer sind denn heute die Bösen? Das Unheimliche im Film ist, dass nicht klar ist, wo die Gefahr herkommt – genau wie im wirklichen Leben. Die grösste Waffe des Bösen ist ein freundliches Lächeln.
Was tun Sie in «Quantum of Solace» Böses ausser lächeln?
Ich werde die Welt retten. So können wir nicht weitermachen – wir müssen den Menschen helfen! Dafür brauchen wir ihr Geld (lacht).
Ihre Rolle scheint Ihnen grossen Spass zu machen.
Oh ja. Endlich darf ich mal meine böse Seite zeigen. Es ist doch so: Ob im Familienleben, im Alltag oder bei der Arbeit – immer müssen wir nett sein, wir dürfen nie «Fuck you» sagen. Mutige Menschen tun es. Aber es ist selten.
Ist das so schlecht?
Nein, aber endlich darf ich diese Seite ausspielen. Es gibt keine rein guten Menschen.
Nicht mal James Bond?
Das ist ja genialerweise wieder mehr wie in den Büchern von Ian Fleming: Bond trägt ebenfalls das Gute und das Böse in sich – denn er ist auch ein Killer mit gebrochenem Herzen.
Also hat auch der Oberschurke seine guten Seiten?
Ja, Bondgirl Olga Kurylenko. Sie ist meine gute Seite.
Was läuft denn zwischen Ihnen und dem Bondgirl?
Sie ist meine Liebe. Aber ich will sie töten. Es ist etwas kompliziert.
Langsam freut es mich, dass Sie am Ende des Films verlieren.
Wäre es ein realistischer Film, würde ich gewinnen. So ist das heutzutage!
So pessimistisch?
Das Gute ist sehr stark. Es gibt schon auch Hoffnung. Aber es ist nun mal so: Der Mensch ist Gott und Monster gleichzeitig. Und zwar jeder Einzelne von uns.