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Es sollte das Highlight des Filmfestivals werden: DAas «Zurich Film Festival» wollte Polanski ein «Goldenes Auge» für sein Lebenswerk überreichen. Das Kino Corso war bis auf den letzten Platz ausverkauft, die VIP-Gästeliste lang.
Doch es kam anders. Nach der Verhaftung des Stargastes am Samstagabend änderte sich das Programm. Aus dem glamourösen Anlass wurde eine Trauerfeier. Schock, Bestürzung und Wut stehen den meisten Anwesenden ins Gesicht geschrieben.
So spricht Schauspieler Martin Rapold wohl den Meisten aus dem Herzen: «Das ist grotesk – Living in Absurdistan. Die Schweiz stolpert über ihre Überkorrektheit.» Und für Society-Lady Vera Dillier ist klar: «Das ist peinlich und daneben. Gaddafi schüttelt sich doch jetzt vor Lachen.»
Der Dokumentarfilmer Christoph Frei, der am Sonntag Polanskis Masterclass besuchen wollte, setzt noch einen drauf: «Ich schäme mich, Schweizer zu sein.» Und er stellt die Frage, die alle beschäftigt: «Warum gerade jetzt?»
Die wenigen Prominenten vor Ort sind sich einig: Der Image-Schaden für das «Zurich Film Festival» sei irreparabel. Dillier: «Das Festival kämpft sowieso schon. Jetzt bekommt es den Todesstoss versetzt.»
Nur Schauspieler Gilles Tschudi kann der «Justizposse» etwas Gutes abgewinnen: «Ich glaube das schadet dem Festival nicht. Jetzt kennt wenigstens jeder Zürich.»
Von der «Zurich Film Festival»-Organisation gab es nur ein kurzes Statement von Nadja Schildknecht: «Die Verhaftung war unerwartet. Wir hatten selbstverständlich zu keiner Zeit Hinweise, dass das passieren würde. Wir sind schockiert, tief getroffen und sehr traurig.» (b3i)
Film-Festival-Organisatorin Nadja Schildknecht betont: «Wir hatten keine Ahnung.»- ZVG