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Den Organisatoren des Zurich Film Festivals, Nadja Schildknecht (37) und Karl Spoerri (37), ist ein echter Coup geglückt. Sie holten sich mit «Sennentuntschi» einen der umstrittensten Schweizer Filme aller Zeiten als Eröffnungsfilm. Abgedreht war die Geschichte um die zum Leben erwachende Älpler-Sexpuppe aus «Heu und Hudle» bereits 2008. Finanzielle Probleme brachten das Projekt von Regisseur Michael Steiner (41) an den Rand des Abgrunds, erst eine Millionen-Spritze erweckte «Sennentuntschi» zum Leben.
Und wie! So skandalös die Vorgeschichte, so skandalös der Film. Die Alpensaga ist düster, dramatisch und derb. Schockt mit Vergewaltigungsszenen und expliziter Gewalt, als sich das Sennentuntschi brutal an ihren Peinigern rächt. Regisseur Steiner hatte schon im Vorfeld angekündigt: «‹Sennentuntschi› wird deftig!», Hauptdarsteller Carlos Leal (41) meint: «Der Film ist wie ein Stein, der einem an den Kopf geworfen wird! Verwirrend und heavy.»
Das empfand auch das Premieren-Publikum so. Zürichs langjähriger Stadtpräsident Elmar Ledergerber (66) meinte: «Der Film ist sehr krass. Für den Zuschauer ist es nicht einfach, die schwere Kost zu verdauen.» Auch Raquel Marquard (47) hatte an «Sennentuntschi» zu beissen: «Alles in allem ist der Film sehr gelungen. Doch zwei Szenen sind ziemlich heftig. Ich musste wegschauen.» Marquard spricht die Vergewaltigungsszene an. «So etwas will ich meiner Psyche nicht antun», sagt TV-Moderatorin Tanja Gutmann (33). «Als Eröffnungsfilm finde ich ‹Sennentuntschi› fehl am Platz.» Das fand auch Nicole Berchtold (32): «Ich hätte mir ein Feel-Good-Movie gewünscht.» Ihre «Glanz & Gloria»-Kollegin Annina Frey (29) widerspricht: «Vergewaltigungen sind Teil unserer Welt. Das darf man nicht ausblenden.» Doch sie kritisiert: «Dass der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, finde ich fragwürdig.»
Elmar Ledergerber relativiert: «Der 16-jährige Sohn meiner Partnerin hat am TV bereits Sachen gesehen, die ich nicht aushalten würde.» Für Komiker Claudio Zuccolini (40) reicht «Sennentuntschi» allemal: «Der Film jagte mir eiskalte Schauer über den Rücken.» Die Schock-Premiere als Stimmungskiller? «Ich erwarte, dass die Zuschauer nach der Vorführung jeweils bedrückt sind», so Carlos Leal. «Sennentuntschi»-Macher Michael Steiner hält das Publikum für sein umstrittenes Werk für «aufgeschlossen genug». Und alt Bundesrat Christoph Blocher (69) bringt es auf den Punkt: «Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!»