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Marc Forster ist künftig Schweizer und Davoser Bürger. Dem weltbekannten Regisseur sind heute das Ehrenbürgerrecht von Davos und die Schweizer Staatsbürgerschaft verliehen worden. Zu den Gratulanten zählte Bundesrat Moritz Leuenberger.
Noch nie sei ein Bundesrat an einer Einbürgerung anwesend gewesen. Denn in dieser Hinsicht zeigten die Behörden vor allem mit Kulturschaffenden Mühe, sagte Leuenberger am Festakt in der Grossen Stube des Rathauses von Davos.
Bei Schweizern, die im Ausland kulturelle Leistungen für den Film erbrachten, habe sich die offizielle Schweizer Politik meist erst bei runden Geburtstagen gemeldet. In Lobesreden würden solche Jubilare an ihre heimatlichen Wurzeln erinnert. Und «gleichzeitig sonnen wir uns stolz in ihrem Weltglanz», erklärte der Bundesrat laut Redetext.
So sei es auch mit Marc Forster: «Wir klopfen uns im Geist selber auf die Schultern und fühlen uns etwas mitverantwortlich für dessen Welterfolge wie den ‹Drachenläufer› oder ‹Neverland›».
Lieber Fussballer als Künstler
Kultur sei die «bedeutendste Infrastruktur», wobei der Film die globalste Bedeutung habe. Das Medium lebe vom Pendeln der Filmemacher zwischen den Kulturen. «Was wäre der Schweizer Film ohne Lindtberg mit österreichischen oder ohne Samir mit irakischen Wurzeln», gab Leuenberger zu bedenken.
Doch nicht immer würden Fremde als Bereicherung empfunden, und schon gar nicht, wenn sie aus dem Balkan stammten – es sei denn, sie seien Fussballer. Offensichtlich fielen Einbürgerungen leichter, wenn man sich daraus einen Nutzen versprechen könne.
Wer ein- oder auswandere, wisse wie Forster, dass die Begegnung mit dem Fremden Spannungsfelder erzeuge. Die politischen, kulturellen und sozialen Konflikte seien in der Schweiz die gleichen, die sich auf der Weltbühne abspielten: «Unterschiedliche Drehbücher, die den gleichen Stoff behandeln.» (SDA)
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Bundesrat Moritz Leuenberger schlug in seiner Rede auch kritische Töne an. (Reuters)