Exklusiv-Interview mit «Indiana Jones»-Star Cate Blanchett «Je mehr Kinder ich habe, desto einfacher wird es»

  • Publiziert: 18.05.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Lukas Rüttimann aus Frankreich
play Roter Teppich: Schauspielerin Cate Blanchett geniesst den Auftritt in Cannes. (AP)

Sie ist die Neue bei «Indy»: Als böse Russin darf Cate Blanchett (39) Indiana Jones eine Portion Prügel verpassen. Während «Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull» gestern mit immensem Tamtam in Cannes lanciert wurde, traf BLICK die australische Diva zwischen Bruststillen und Gala-Vorbereitung.

BLICK: Cate, Sie waren schwanger bei den Dreharbeiten ...
Cate Blanchett: (unterbricht) ... nein, war ich nicht.

Ihr Co-Star Shia LaBeouf sagte aber, er habe Mühe gehabt, Sie zu schlagen. Er habe immer daran gedacht, dass sie zwei sind ...
(lacht) Oh Shia, er ist noch jung! Nein, ich war nicht schwanger, zumindest nicht zu Beginn des Drehs. Das war ich erst ganz gegen Ende, da waren aber alle Stunts schon im Kasten.

Sie sind mit der «Indy»-Trilogie aufgewachsen. Haben Sie sich je vorstellen können, mal den Bösewicht in einem dieser Filme zu spielen?
Gott bewahre, nein! Ich konnte mir früher nicht mal vorstellen, Schauspielerin zu werden. Und dann wollte ich natürlich lieber Indy sein als der Schurke. Hat nicht geklappt, Harrison hat sich die Rolle ja auch diesmal wieder geschnappt. (lacht)

Wie gern spielen Sie Schurken?
Ich liebe es! Indy zu verhauen ist grossartig. Meine Kids finden es auch ganz toll ... (lacht)

Ihre Rolle als Dr. Irina Spalko hat ein gewisses Bond-Flair.
Die böse Russin? Vielleicht. Aber der Film spielt in einer anderen Ära. Unsere Geschichte spielt in den 50er-Jahren, die 007-Filme später. Und man sieht es – der Streifen hat dieses B-Movie-Feeling aus den 50er-Jahren.

Harrison Ford hat Sie als Chamäleon am Set beschrieben. Er habe nie gewusst, wie Sie in der nächsten Szene aussehen. Wie haben Sie ihn empfunden?
Das erste Mal am Set hatte Harrison Peitsche, Schlapphut und das ganze Kostüm an. Es war perfekt. Ich bin innerlich sofort in mir zusammengesunken und dachte: «Mein Gott, ER ist es!» Vor allem, weil ich als Erstes gleich einen Säbel an seine Kehle halten musste. Das war ein Start nach Mass.

Wie haben Sie den russischen Akzent hingekriegt?
Oh, ich hoffe er klingt russisch. Ehrlich gesagt: Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen und weiss nicht, wie ich klinge. Wahrscheinlich wurde ich noch synchronisiert. (lacht) Aber ich habe mich tatsächlich bei Martin Scorsese erkundigt, ob er mir Material von weiblichen russischen Bösewichten beschaffen kann. Er hatte grosse Mühe, jemanden zu finden. Offenbar gibts in Russland keine bösen Frauen.

Sie sollen ja gerade vom Stillen ihres Neugeborenen kommen.
Oh ja, das stimmt! (fasst sich an ihre Brüste) Sind die nicht eine Wucht!? Mein Sohn ist übrigens gleich im Zimmer nebenan mit meiner Mutter ... (lacht)

Wie schaffen Sie es, zwischen Ihrer Rolle als Mutter und der als Hollywood-Star klarzukommen? Der Wirbel hier in Cannes um «Indy 4» sprengt ja alle Dimensionen.
Je mehr Kinder man hat, desto einfacher wird dieser Wechsel, die Grenzen verwischen. Ich habe mich nie allzu ernst genommen; seit ich Kinder habe, nehme ich das ganze Business noch weniger ernst. Ich würde sogar behaupten: Meine Kinder haben aus mir eine bessere Schauspielerin gemacht – weil sie es gar nicht zulassen, dass ich mich generell, aber auch am Set zu sehr von meinen Ängsten oder Problemen ablenken lasse.

Das gibt es — selbst bei einer Meistermimin wie Ihnen?
Es ist ein wenig bekannter Fakt – aber glauben Sie mir: Auch Schauspieler sind Menschen. Wir haben schlechte Tage, sind manchmal schüchtern. Zum Beispiel, wenn man das erste Mal in einem «Indiana Jones»-Film mitspielt.

«Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull» läuft am Donnerstag an.

play Böse Frau: Cate Blanchett als Dr. Irina Spalko im neuen «Indiana Jones». Hinten Indy Harrison Ford. (Reuters)

Top 3

1 «Der ESC schweisst uns zusammen» Sinplus-Bassistin Lisa hat sich in Baku...bullet
2 Todesfall Abschiedsfeier von Kurt Felix in St. Gallenbullet
3 Kurt Felix tot Am Ende war der Krebs stärker als die Liebebullet

People & TV