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Victor Emmanuel wurde gestern Nachmittag in Varenna am Comer See festgenommen. «Sie haben ihn geholt wie einen Banditen», sagte sein Sohn Emanuele Filiberto dem italienischen Fernsehen. Die Vorwürfe hätten nichts mit seinem Vater zu tun.
Die Ermittler hatten den 69-Jährigen gemeinsam mit zwölf weiteren Personen ins Visier genommen. Dem Prinzen werden «Straftaten in Zusammenhang mit der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Ausnutzung von Prostitution» vorgeworfen. Konkret bedeutet das: Die Gruppe soll Prostituierte an Kunden eines Spielcasinos in der italienischen Enklave Campione DItalia in der Schweiz geschickt haben.
Der Haftbefehl wurde den Angaben zufolge von der Staatsanwaltschaft im süditalienischen Potenza ausgestellt. Neben Victor Emmanuel sei auch ein Sprecher des früheren Aussenministers Gianfranco Fini festgenommen worden, der Bürgermeister von Campione DItalia sei unter Hausarrest gestellt worden.
Victor Emmanuel war bereits vor einigen Jahrzehnten für mehrere Wochen in Haft: Ihm wurde der tödliche Schuss auf einen deutschen Teenager vor Korsika im Jahr 1978 zur Last gelegt. Victor Emmanuel wies jede Schuld zurück und wurde schliesslich freigesprochen.
Der Sohn des letzten italienischen Königs und seine Familie kehrten 2002 nach mehr als einem halben Jahrhundert im Exil nach Italien zurück. Die männlichen Nachkommen von König Humbert II. waren zur Strafe für die Unterstützung der Faschisten durch den Monarchen 1946 ins Exil verbannt worden. Das Parlament hatte das Einreiseverbot im Juli 2002 aufgehoben. Victor Emmanuel und sein Sohn Emmanuel Filiberto, die die meiste Zeit ihres Exils in Genf verbrachten, haben auf den Thronanspruch verzichtet.
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Victor Emmanuel werden Straftaten in Zusammenhang mit der Bildung einer kriminellen Vereinigung zwecks Ausnutzung der Prostitution vorgeworfen. (Keystone)