Investment-Legende Marc Faber über Drogen und Huren «Ich sehe nur noch Blasen»

Börsen-Guru Marc Faber warnt vor massiven Kursstürzen im Jahr 2015. Im grossen BLICK-Interview erzählt er, was ihn an der Schweiz stört, was Anleger mit Prostituierten verbindet und weshalb seine Ehe noch immer hält.

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BLICK: Sie werden in zwei Jahren 70 und müssten längst nicht mehr arbeiten. Was treibt Sie an?
Marc Faber:
Ich habe in Thailand zwar zwei Häuser am Strand, könnte wunderbar auf der faulen Haut liegen und mich den ganzen Tag betrinken. Doch ich bin und bleibe Ökonom, gebe mich noch lange den Finanzmärkten hin. Wobei, das alles hält mich nicht vom Trinken mit meinen Freunden ab.

Warum wohnen Sie nicht mehr in der Schweiz?
Ich lebe schon so viele Jahre in Thailand, und das auch sehr gut. Die Schweiz reizt mich nicht. Es wimmelt hier von Sozialisten, die ewige Hohle-Hand-Mentalität ist auch zum Kotzen. Zu viele Leute wollen alles vom Staat, aber nichts dafür bezahlen.

Sie erklären Wirtschaftsentwicklungen gerne anhand von Prostituierten-Preisen. Wie genau?
Gerade jene Leute, die rasch zu viel Geld kommen, ändern ihren Lebensstil drastisch. So etwa Händler von Banken. Sie kaufen sich Luxusschlitten und gehen in Sauna- oder Nachtclubs. Wenn man denen zuhört und sie auch beobachtet, dann weiss man relativ gut über drohende Anlageblasen oder einbrechende Industrien Bescheid. Auch die Anzahl Besucher lässt Rückschlüsse zu.

Wie geht es unserer Wirtschaft?
Na ja, die Clubs werden immer leerer, einige sind bereits zugegangen. Noch ist die Welt in Ordnung, aber mich begeistert die derzeitige globale Wirtschaftsverfassung nicht so sehr. 1999 bis März 2000 hatten wir eine Technologieblase. Als diese platzte, platzten auch etliche Anlegerträume. Viele Investoren gingen Konkurs. Heute erkenne ich überall nur noch Blasen. Sie können sich vorstellen, was das zur Folge haben kann.

Ihre Anlagetipps?
Am wichtigsten ist es, sich seiner Risikoneigung sicher zu sein, jede Investition mehrfach zu hinterfragen und seine Investments verschiedentlich zu streuen. Diversifikation ist hier das Zauberwort.

Sie gehören zur seltenen Spezies, die offen über ihre Hingabe zum Milieu spricht. Hatten Sie nie Angst vor einem Imageverlust?
Es ist immer besser, auch bei ­Interviews, dazu zu stehen, was man macht. An der Zürcher Langstrasse habe ich viele Freunde, da fühle ich mich wohl. Wenn Sie in einem Luxushotel sind, dann ist Ihnen Arroganz sicher. Das will ich nicht.

Gibt es Parallelen zwischen der ­Finanzwelt und dem Milieu?
Im Nachtleben gibt es viele reiche Leute, die brutal ausgenommen werden. Erst schmeissen sie mit Geld um sich, schon sind sie wieder weg von der Bildfläche. Wenn eine Frau schlau ist, kann sie viel Kohle heraus­holen. In der Finanzwelt gibt es ebenso gaunerische Anlage­berater. Sie drehen ihren Kunden nicht gute, sondern teure Produkte an und sahnen ab.

Was ist Marc Faber eigentlich für ein Mensch?
Ich bin wohl nicht sonderlich treu, aber trotzdem seit 33 Jahren mit meiner Frau ­Supatra verheiratet. Und ich bin ehrlich, war auch noch nie in der Kiste. Als Geschäftsmann habe ich einen gewissen Egoismus und bin enthusiastisch.

Ihre Frau hat also fast ihr halbes Leben mit Ihnen verbracht. Was ist das Geheimnis Ihrer Beziehung?
Dass wir nicht zusammen wohnen! Ich bin die meiste Zeit in Chiang Mai. Meine Frau lebt lieber in Bangkok. Zwischendurch besucht sie mich. Die meisten Ehen würden halten, wohnten Mann und Frau nicht am selben Ort.

Wie unterscheidet sich eine Asiatin von einer Schweizerin?
Im allgemeinen Umgang sind Asiatinnen angenehmer, auch smarter. Wie viele Schweizer lassen sich von einer Asiatin bezirzen und dann über den Tisch ziehen? Entweder sind unsere Männer doof – oder eben Asiatinnen sehr intelligent. Schweizerinnen wiederum sind im Umgang viel angenehmer als Amerikanerinnen! Die sind echt tiefste Klasse.

Warum?
Erziehung ist ein gutes Beispiel. Ich sehe amerikanische Eltern überall auf der Welt. Sie lassen ihr Kinder schreiend herumrennen, stören alle anderen und finden das in Ordnung. Mami schaut lieber ihr Facebook-Profil an, natürlich ihre eigenen Fotos, und Papi versucht verzweifelt, sich mit den Kleinen zu beschäftigen.

Wie stehen Sie zu Drogen?
Ich habe schon Drogen genommen. Heute kiffe ich aber nur noch alle zwei, drei Monate. Kokain kenne ich auch, doch es sagt mir persönlich nichts. Die Suchtgefahr ist hier brutal hoch.

Wovor fürchten Sie sich?
Als Töfffahrer vor Unfällen und einer Querschnittlähmung. Ich rauche und saufe, ich könnte also noch Krebs bekommen.

Publiziert am 18.12.2014 | Aktualisiert am 20.12.2014
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6 Kommentare
  • Keller  Mike 20.12.2014
    Herr Faber mag ja in vielen Sachen recht haben, aber was die Kindererziehung in den USA angeht, sehe ich dies gerade umgekehrt. Wenn jemand seine Kinder rumschreien lässt, dann die Europäer inklusive Schweizer. In den USA, wo ich lebe, gibt man diesen Schreihälsen Ritalin - dann ist auch Ruhe.
  • beat  sigrist aus Manila
    20.12.2014
    Sie sind mir sympatisch und Gruss aus der Nähe von Kalasin.
  • Heinz  Schweizer 20.12.2014
    Einer mit Kohle aber nicht abgehoben und entwaffnend offen, das gefällt mir.
  • Hans  Keller aus St. Gallen
    20.12.2014
    Der Mann hat weitgehend recht. Nur etwas verwechselt er, wenn er glaubt, dass es die Sozis sind, die alles vom Staat wollen, aber ohne dafür zu zahlen. Noch nie war soviel Geld im Umlauf wie heute und trotzdem sind alle Kassen leer. Und da sind wir sicher einig, dass das viele Geld wohl kaum bei den Sozis liegt.
  • Koger  Ruhn aus Zürich
    20.12.2014
    Lieber Marc, super Bericht, doch der Titel scheint mir für Dich ein wenig zu brav, besser währe: «Ich lasse nur noch Blasen»