Zum Tod von Zsa Zsa Gabor (†99) «Wie viele Ehemänner ich gehabt habe? Sie meinen ausser meinen eigenen?»

Zsa Zsa Gabor ist an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Mit ihren zahlreichen Ehen und dem ausschweifenden Lebensstil sorgte die ehemalige Miss Ungarn für Schlagzeilen.

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Sie hätte es bestritten, aber offiziell hätte sie im Februar ihren 100. Geburtstag gefeiert. Wenn es um ihr Alter ging, nahm Zsa Zsa Gabor es mit der Wahrheit nicht so genau. Sie machte sich gerne mal zehn Jahre jünger. Bei der Hochzeit mit Frédéric von Anhalt am 14. August 1986 hatte sie auf der Heirats-Urkunde ihr Geburtsjahr mit 1930 angegeben. Damit hätte sie bei ihrem ersten Ja-Wort (mit dem türkischen Diplomaten Burghan Belge) sieben Jahre jung gewesen sein müssen. 

Aus Eitelkeit fälschte sie auch ihren Führerschein. Das kam heraus, als sie 1989 der Verkehrspolizist Paul Kramer in ihrem weissen Rolls-Royce Corniche stoppte. Zsa Zsa kam vor Gericht, weil sie ihn ohrfeigte. Die Aktion zeigte, dass Zsa Zsa nicht wegen ihrer (mageren) Erfolge als Schauspielerin berühmt war, sondern, weil sie berühmt war. Ihr Prozess wurde zum Welt-Zirkus. Von der Anklagebank himmelte sie den Cop mit «Sie sehen ja so gut aus» an und nannte ihn «Dahhling».

Sie hielt wenig von ehelicher Treue

«Dahhling» (so hörte es sich in ihrem ungarischen Akzent an) waren für sie alle Männer. Ein cleverer Trick, um versehentliche Verwechslungen bei der Anrede ihrer Heerscharen von Verehrern und Lovern zu vermeiden. Ganz zu schweigen von den Ehemännern, die dem ersten Schlag auf Schlag folgten: Conrad Hilton (Urgrossvater von Society-Queen Zsa Zsas Thronfolgerin Paris), Schauspieler George Sanders (er heiratete nach der Scheidung ihr Schwester Magda), Finanzier Hebert Hutner, Öl-Erbe Joshua Cosden, «Barbie»-Erfinder Jack Ryan, Anwalt Michael O’Hara, Latino-Blaublut Felipe de Alba.

Von ehelicher Treue hielt die «Peperonischote» (der Spitzname bezog sich sowohl auf ihre Herkunft als auch auf ihr sexuelles Feuer) wenig. Auch Prinz von Anhalt bekam das zu spüren. Er entdeckte, dass seine Frau ein Verhältnis mit Sean Connery hatte. Frédéric machte seiner Wut mit einem Stuhl, der durch die Glastür zum Swimmingpool flog, Luft. Das war noch harmlos im Vergleich zu Ex-Mann George Sanders, der seinen Nebenbuhler, den legendären Playboy Porfurio Rubirosa, windelweich prügelte. Zsa Zsa hatte keine Probleme damit, ihre Lover beim Namen zu nennen. So lange es grosse waren. Wie Frank Sinatra («Ich schlief mit ihm, weil er sonst seinen Wagen nicht aus meiner Einfahrt gefahren hätte») und John F. Kennedy. Ihr Liebesleben fasste sie einmal in das Bonmot: «Wie viele Ehemänner ich gehabt habe? Sie meinen ausser meinen eigenen?»

Sie hatte sich von dem schönen jungen Mann erobern lassen

Dass sie durch die Männer zu Reichtum gekommen war, daraus machte Gabor kein Geheimnis. Nein, sie machte sich darüber lustig. Mit Sprüchen wie «Ich habe nie einen Mann genug gehasst, um ihm bei der Trennung seine Diamanten zurückzugeben.» Was, so fragte sich die High Society bei ihrer letzten Hochzeit, erwartete sie sich dann von Frédéric von Anhalt, der ausser einem (zudem noch durch Adoption erworbenen) Titel nichts mit in die Ehe brachte? War es, sich mit «Prinzessin Zsa Zsa» anreden lassen zu können? Kaum. Die Amis lässt Adel kalt. Nein, sie hatte sich von dem «schönen jungen Mann» (so schwärmte Zsa Zsa), erobern lassen. Seine Manieren und die Blumen, mit denen er sie bombardierte, erinnerte sie an ihre Vergangenheit in Österreich, wo der legendäre Tenor Richard Tauber die ehemalige Schönheitskönigin eingeladen hatte, als Soubrette im Theater an der Wien zu singen.

Das Liebesgesäusel mit «Freddie» fand auf Deutsch statt. Zsa Zsa sprach es fliessend. Die Befehle in der Ehe gab «Frau General» (so nannte Frédéric seine Frau ironisch) auf Englisch. Und die Kräche, mit denen sich von Anhalt gegen das Pantoffelheld-Dasein wehrte, auch. Als er drohte, sich nach Deutschland abzusetzen, wurde Zsa Zsa zahm. Die Frau, denen einst die Männer Reichtümer zu Füssen gelegt hatten, beschenkte nun ihrerseits ihren Mann mit einem 300'000 Dollar teuren Bentley.

Beide brauchten das Licht der Öffentlichkeit

Je ruhiger es mit fortschreitendem Alter um sie wurde, desto mehr haute ihr Prinz auf den Putz. Als selbst ernannter Liebhaber von Anna Nicole Smith machte er Schlagzeilen und brüstete sich damit, dass ihm eine deutsche Studentin ein uneheliches Kind beschert hatte. Machte ihr denn das nichts aus? «Ach wissen Sie», winkte die betrogene Ehefrau ab, «Frédéric braucht es einfach, im Licht der Öffentlichkeit zu stehen.» Sie brauchten es beide. Selbst wenn es teuer wurde. Wie beim  Schadenersatzprozess, den Elke Sommer gegen das Ehepaar führte. Zsa Zsa und Frédéric hatten die deutsche Beverly-Hills-Nachbarin als «abgehalftert» geschmäht. Das kostete sie drei Millionen Dollar Schadenersatz. Selbst für die Gabor kein Pappenstiel. Ihre Villa im vornehmen Bel Air, wo einst Elvis logiert hatte, zeigte deutliche Abnutzungserscheinungen. Und dann versuchte auch noch Tochter Francesca (aus der Hilton-Ehe), der Mutter mit einer Hypothek hinterrücks Geld aus dem Kreuz zu leiern. Frédéric von Anhalt kam dahinter. Zsa Zsa erteilte ihm von da an die Vollmacht  über ihr Vermögen. Leider legte er drei Millionen davon bei Hochfinanz-Schwindler Bernie Madoff an.

Nach dem Autounfall verschwand Zsa Zsa von der Bildfläche

Als Zsa Zsa 2002 bei einem Autounfall schwer verletzt wurde und drei Jahre später auch noch durch einen Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt wurde, verschwand sie von der Bildfläche. Die Klatschkolumnistin Cindy Adams setzte ein böses Gerücht in die Welt: Frédéric halte seine hilflose Frau gefangen, lasse nicht einmal alte Freunde zu ihr. Die Wahrheit war, dass Zsa Zsa der Verlust von Schönheit und Gesundheit zutiefst deprimierte. Sie weigerte sich, das Bett zu verlassen, und liess sich mit Wiederholungen ihrer Lieblingssendung «Jeopardy» berieseln.

Fast sechs Jahre ist es her, dass Zsa Zsa zum letzten Mal einem Fototermin zustimmte. Ihrem Mann zuliebe, der demonstrieren wollte, dass die Ehe aller Unkenrufe und Schicksalsschläge zum Trotz nicht nur noch auf dem Papier bestand. Geschminkt und herausgeputzt wie zu Glanzzeiten posierte sie mit Frédéric im Salon. Er hob Zsa Zsa aus dem Rollstuhl, trug sie aufs Sofa und sagte: «Als wir geheiratet haben, habe ich sie sehr geliebt. Und ich liebe sie immer noch. Nach dem Unfall wusste ich, dass sie von mir abhängig war. Ich habe mein altes Leben geopfert. Ich lebe für sie, weil sie mich braucht.»

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 15.01.2017
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