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Britische Reporter der Zeitung «News of the World» haben den Test gemacht: Sie reisen in die Slums von Mumbai und geben sich dort als Vertreter eines Scheichs aus. Bald treffen sie auf Radiq Qureshi, den Vater von Rubina Ali, dem Mädchen, das im Leinwand-Blockbuster «Slumdog Millionär» die kleine Latika spielt. Die getarnten Journalisten bieten ihm 350000 Franken an, wenn er sein Töchterchen zur Adoption freigibt. Ohne zu zögern willigt er ein.
Als sich die Redakteure Qureshi als Reporter zu erkennen geben, ist sich dieser keiner Schuld bewusst, findet, er handle im Recht: Es sei völlig unfair, dass der Film schon Hunderte von Millionen Franken eingespielt habe, dass die Laiendarsteller aber, unter ihnen auch seine Tochter, dafür kaum Geld bekommen hätten. Rubina habe lediglich 3500 Franken durch ihren Auftritt verdient. Davon soll sich der Vater gemäss Zeitungsberichten eine medizinische Behandlung und ein Mobiltelefon geleistet haben.
Inzwischen hat sich auch die Mutter von Rubina eingeschaltet. Diese lebt von Qureshi getrennt. In Indien ist es üblich, dass die Kinder nach einer Scheidung beim Mann bleiben. Nun versucht sie das Sorgerecht für ihre Tochter zu erhalten. Ob sie dies aus reiner Fürsorge tut, bleibt allerdings dahingestellt. Denn der Vater ist nicht der einzige, der sich dank des Ruhms seiner Tochter, viel Geld verspricht. Der Onkel des «Slumdog»-Jungstars: «Das Kind ist jetzt etwas Besonderes. Sie ist kein normales Kind mehr. Sie ist jetzt ein Oscar-Kind.» (ab)