Naomi vor Gericht gezerrt Sonst droht Campbell Knast

DEN HAAG – Supermodel Naomi Campbell muss als Zeugin vor Gericht und gegen Charles Taylor aussagen. Ansonsten sitzt sie bis zu sieben Jahre im Gefängnis.

  • Publiziert: 02.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Naomi Campbell soll am 29. Juli vor dem Sondertribunal für Sierra Leone Auskunft darüber geben, wie der Ex-Diktator ihr einen Blutdiamanten geschenkt hat.

Der UNO-Gerichtshof nahe Den Haag stellte die Vorladung für Campbell am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft aus und leitete sie an die britische Justiz weiter. Das Model wohnt in London.

Die Anklage hatte geltend gemacht, dass Campbell 1997 bei einem Besuch in Südafrika auf Einladung Nelson Mandelas vom zufällig ebenfalls dort anwesenden Taylor mit einem extrem wertvollen Rohdiamanten beschenkt worden sei.

Das habe Hollywood-Schauspielerin Mia Farrow 2009 in einer Talkshow enthüllt. Farrow ist vom Gericht gebeten worden, freiwillig als Zeugin zu erscheinen.

Schlüsselzeugin fürchtet sich

Von der Aussage Campbells verspricht sich die Staatsanwaltschaft Hinweise darauf, dass Taylor tatsächlich über Rohdiamanten verfügte und diese unter anderem über Südafrika gegen Waffen verschacherte. Die 39-Jährige leugnet nicht, den Diamanten von Taylor erhalten zu haben. Sie wolle aus Angst um ihre Sicherheit nicht in den Fall verwickelt werden, macht sie geltend.

In der Vorladung heisst es nun, dass Nichterscheinen als Missachtung des Gericht angesehen werden würde. Bei einer Verurteilung drohe Campbell eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren.

Brutaler Krieg

Die Staatsanwaltschaft wirft Taylor vor, als Präsident von Liberia in den 90er Jahren Waffen an Rebellen im Nachbarland Sierra Leone geliefert zu haben. Als Lohn habe er Blutdiamanten erhalten.

Im Bürgerkrieg kamen Zehntausende grausam ums Leben. Taylor soll den Konflikt angeheizt haben. Er soll auch Morde, Vergewaltigungen und das Anwerben von Kindersoldaten gefördert haben. (SDA/ghd)

play Charles Taylor ist vor dem Uno-Tribunal in Sierra Leone in 17 Anklagepunkten wegen Verbrechen während des 14-jährigen Bürgerkriegs in Liberia angeklagt. (Reuters)

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