Schweizer Fotograf kopiert Werbekampagnen mit schwarzem Model «Ein Aufruf für mehr Vielfalt»

Das US-Model Deddeh Howard und der Schweizer Fotograf Raffael Dickreuter finden, es werden zu wenig dunkelhäutige Models für grosse Werbekampagnen engagiert. Jetzt zeigen sie, dass es auch anders geht.

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Sie posieren verführerisch auf Plakaten und in Modemagazinen: Gisele Bündchen (36), Kate Moss (42) oder Kendall Jenner (21) gehören zur Crème de la Crème der Model-Welt und sind die Gesichter vieler Marken. Trotzdem droht ihnen eine junge Frau den Rang abzulaufen. Deddeh Howard (27) ist Medizinstudentin und Bloggerin aus Los Angeles. Nebenbei arbeitet sie als Model und sorgt momentan weltweit für Schlagzeilen. Denn der Schweizer Fotograf Raffael Dickreuter (35) hat mit ihr einige der bekanntesten Werbekampagnen nachgestellt. Anders als die Models auf den Bildern für Victoria's Secret oder Dolce & Gabbana ist Howard dunkelhäutig.

Mit kleinem Budget gegen die Grossen

Die Idee zum Projekt unter dem Namen «Black Mirror» («Schwarzer Spiegel») habe Dickreuter schon länger im Kopf gehabt, sagt er dem BLICK. Man sehe in Magazinen und in der Werbungen kaum etwas anderes als weisse Models. «Obwohl wir in der Zeit der Globalisierung leben», wundert er sich. «Ich wollte ein Fotoprojekt machen, dass viel Mut braucht.» Mit einer kleinen Crew und einem kleinen Budget haben er und Howard sich mit den grössten Brands gemessen.

Es sei harte Arbeit gewesen, damit die Fotos den Originalen so ähnlich wie möglich sehen: «Vor allem alle Elemente, die passenden Kleider und für das Guess-Bild mit Gigi Hadid (21) ein sehr seltenes 1939-Indian-Motorrad zu finden, war eine grosse Herausforderung.» Die Posen haben sie sorgfältig einstudiert, aber: «Wir liessen bewusst einige Details anders, damit man klar sieht, dass es kein Photoshop ist.» Spannend sei auch, wie Deddeh Howards Gesicht um den Globus gehe: «Vor kurzem war sie noch unbekannt. 48 Stunden später erscheint sie überall auf der Welt. Unglaublich, das mitzuerleben.»

Viel Zuspruch in den sozialen Medien

Für das Model sei das Projekt «ein Aufruf für mehr Vielfalt» in der Branche. «Agenturen haben mir oft gesagt: ‹Wir mögen deinen Look, aber wir haben schon ein schwarzes Mädchen.› Das sollte aber nicht so limitiert werden. Es kann mehr als eine geben», sagt Howard den «BuzzFeed News». «Es ist, als ob sie sich schämen, Vielfalt zu repräsentieren. Das ist sehr schmerzhaft.»

Fast alle Fotos sind in Dickreuters Wohnung in Los Angeles entstanden. Jetzt erhält die Kampagne in den sozialen Medien zahlreiche Komplimente. «Bin nur ich das oder findet noch jemand, dass diese Frau sogar besser aussieht als die Original-Models?», schreibt eine Userin auf Facebook. «Als Fotografin bin ich von der Detailgenauigkeit beeindruckt», meint eine andere. «Ich bin sehr dankbar, dass die Menschen das genauso sehen wie ich, und dass sie mir sagen, ich sei eine Inspiration für sie», freut sich Howard. «Wir sollten für die Dinge kämpfen, an die wir glauben.»

«Gerade viele Frauen identifizieren sich mit dem Projekt» 

Auch Fotograf Dickreuter zeigt sich beeindruckt von den positiven Rückmeldungen. Innert kürzester Zeit, nachdem das Ganze viral gegangen sei, habe er fast im Minutentakt Anfragen von der Weltpresse erhalten. «Ich habe noch nie so was erlebt, der Wahnsinn», sagt er. «Gerade viele Frauen identifizieren sich mit dem Projekt. Es ist, als ob eine Bewegung gestartet wurde.» Und: Sowohl er als auch Howard wurden in britische sowie US-Talkshows eingeladen und haben bereits Jobangebote von verschiedenen Labels erhalten. (kyn/any)

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert um 15:42 Uhr
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