Clooney schwul? Nachbarn ists egal

  • Publiziert: 22.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christiane Binder

Gelassenheit am Comersee: Gerüchte, ihr Nachbar aus Hollywood sei homosexuell, ändern nichts an seiner Beliebtheit – bei Männern wie bei Frauen.

Ein lauer Abend am Lago di Como. Die Fenster der Villa Oleandra am Seeufer von Laglio sind weit geöffnet. «Si, er ist da», nickt der Securitymann vor dem Eingangstor an der menschenleeren Via Regio. Aus einem Nebengebäude dringt das Klappern von Geschirr. «Si, er hat Gäste», bestätigt der Wächter.

Sitzt Elisabetta Canalis (30), die aktuelle Gespielin des Hausherrn, mit an der Tafel? Schweigen. Die Frage liegt auf der Hand: George Clooney (48) ist wieder auf dem «Gaydar» aufgetaucht, dem Schwulen-Radar. Seit Jahren heisst es, die einzige Frau, die der Hollywoodstar wirklich liebe, sei Bella Italia.

Kronzeugin diesmal ist ein 22-jähriges Plappermaul, angeblich Model, das dem Michael-Jackson-Biografen Ian Halperin atemlos auftischte, der Hollywood-Beau sei in einschlägigen Clubs gesehen worden. Er habe «viel Spass ge-habt mit jungen Männern». In Italien wisse das jeder. Gierig kolportierte das US-Magazin «People»: «Clooney ist schwul, schwul, schwul!»

«Rumori!» Nichts als Gerüchte! Irene Donegana (39), Getränkehändlerin aus Moltrasio, die auch die Villa Oleandra beliefert, will sich ihr Idol nicht nehmen lassen. Clooney sei so «gentile», er besuche Altersheime, trage betagten Damen die Tasche über die Strasse, eine «bella persona», durch und durch.

Clooney ist cool. Dies ist die einhellige Meinung in Harry’s Bar Cernobbio, «Signore Giorgio» sei ein gern gesehener Gast. Nach landestypischem Palaver redet man ohne Scheu. Si, es kommen viele Schwule hierher, «ihnen gefällt die Atmosphäre», sagt Giuliano Sacchi, ein Verwandter des Wirts. Gepflegt süffeln sie hier ihren Barbero, alles laufe diskret, «con gusto», mit Geschmack. In Italien sei es – leider – unmöglich, sein Schwulsein öffentlich zu zeigen.

Erst recht am Comersee, einem weissen Fleck auf der rosa Landkarte. «Das ist nicht Mailand oder Zürich», man kenne hier – Dio mio! – weit und breit keine Darkrooms, nicht einmal Travestieshows. Die finde der Kenner eher in der liberalen Schweiz; allein die Strasse von Chiasso TI nach Como (I) biete 14 Anlaufstellen. «Ich sage, Clooney ist zu 99 Prozent bisexuell», sagt einer am Tisch, er wirkt nicht wie ein Wichtigtuer, nennt seinen vollen Namen ... Es sei nur besser, den nicht zu drucken: aus Respekt vor Clooney, der so lebe wie ganz Italien: «Può essere o no», mag sein, vielleicht auch nicht.

«So ein Unfug», ärgert sich Roberta Iannazzo (38) über die Geheimniskrämerei. In Menaggio betreibt sie einen Töpferladen, sie kennt Clooney vom Golfclub, hat schon mit ihm getanzt. «Wieso lässt man ihn nicht leben, wie er will?», schimpft sie. Klar, Clooney-Girls seien «nur ein Alibi», aber für sie ist er «ein schöner, zuvorkommender Mann, nicht wie diese Machos, die uns auf den Busen stieren.» Sie findet, er solle sagen, «was los ist».

Und was meint Clooney selbst? «Ja», grinste er in Anspielung auf das «People»-Magazin, «ich bin schwul, schwul. Das dritte ‹schwul› war aber wirklich übertrieben.»


play Elisabetta Canalis ist herzig - und vor allem sehr offenherzig ... (Screenshot YouTube)

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