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Die neueste Mission des ehemaligen Bond-Girls dauert zwölf Monate und führt sie nach Italien. Genauer: nach Mailand, wo keine Wodkas Martini geschüttelt oder gerührt, sondern Bilder für den Campari-Kalender 2010 mit ihr geschossen werden.
Die 29-Jährige sitzt in Jeans, schwarzem T-Shirt und Flipflops vor einem grossen Spiegel in einem Mailänder Hotelzimmer, umzingelt von Kleiderständer, Lampen und Kabelrollen. Während die Make-up-Artistin ihre dunklen langen Haare auf grosse Lockenwickler dreht, findet die Ukrainerin Zeit, mit uns über Männer, Liebe und die bitteren Seiten des Lebens zu sprechen.
SonntagsBlick Magazin: In den letzten drei Jahren schlüpften Jessica Alba, Eva Mendes und Salma Hayek in die Rolle des Campari-Girls. Alle feurige Latinas. Sind Sie nicht zu süss für den herben Italiener Campari?
Olga Kurylenko: Ganz bestimmt nicht! Niemand, der mich kennt, würde mich als süss bezeichnen. Eine bittere Person bin ich zum Glück aber auch nicht.
Eindeutig zuordnen lässt sich dafür Ihr letzter Filmpartner: Daniel Craig ist als James Bond der Prototyp eines Machos. Mögen Sie diesen Typ Mann?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bevorzuge sensible Männer, die Gedichte schreiben, träumen und sich nicht für Autos interessieren.
Nach zwei geschiedenen Ehen bezeichnen Sie sich als glücklichen Single.
Ich bin ständig unterwegs und habe gar keine Zeit, einen Mann zu vermissen. Ich gehöre zu den Menschen, die sehr gut alleine zurechtkommen.
Dennoch waren Sie schon zweimal verheiratet. Das erste Mal mit 20 Jahren.
Ich habe meinen ersten Mann geliebt – und ich habe Ja gesagt. Obwohl ich nie heiraten wollte. Beim zweiten Mal lief es ähnlich. Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nie mehr heiraten werde. Heute weiss ich: Liebe und Ehe sind zwei verschiedene Dinge. Das werde ich meinem zukünftigen Partner erklären müssen.
Wie müsste Ihr Traummann sein?
Er sollte mich verstehen, mich respektieren und mich dafür lieben, was sich unter meiner Hülle verbirgt. Ausserdem brauche ich viel Freiheit.
Während des Shootings haben Sie viele Italiener kennengelernt. Wie unterscheiden sie sich von ukrainischen Männern?
Ukrainer haben eine ganz andere Mentalität als Italiener, als alle Europäer. An den Männern hier mag ich den Humor und ihren Stil. Sie kleiden sich viel besser als die in meiner Heimat!
Liebe geht durch den Magen. Können Sie kochen?
Natürlich! Wie jedes ukrainische Mädchen lernte ich Kochen von meiner Mutter. Aber leider komme ich heute kaum mehr dazu. Jetzt liebe ich es, wenn ein Mann mich bekocht!
Nach Mailand reisen Sie weiter nach Australien, wo Sie mit Orlando Bloom und Vincent Cassel für den Film «The Cross» vor der Kamera stehen.
Unglaublich, oder? Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, wird mir manchmal ganz schwindlig und ich glaube zu träumen.
Bevor Sie in der Moskauer U-Bahn von einem Agenten entdeckt wurden, lebten Sie in der Ukraine in einem kleinen Dorf. Heute drehen Sie in Hollywood.
Meine Mutter hat mich von klein auf gelehrt, hart zu arbeiten. Ich bin sehr ehrgeizig, gönne mir keine Pausen und fahre fast nie in die Ferien. Und natürlich – das muss ich schon zugeben – hatte ich auch viel, viel Glück.
Was hat Ihnen Ihre Mutter sonst noch mit auf den Lebensweg gegeben?
Ihr verdanke ich alles: Mama ist die wichtigste Person in meinem Leben. Von ihr habe ich auch gelernt, Mitgefühl zu haben. Eine Fähigkeit, die in unserer Welt leider Mangelware ist.
Um nichts zu vergessen, führen Sie ein Tagebuch. Ihr letzter Eintrag?
Über meinen sehr berührenden Besuch bei der Organisation «Hilfe und Hoffnung für Kinder» in Kiew, die Waisen aus Heimen holt und sie in Familien integriert. Es war bewegend zu sehen, wie den Ärmsten der Armen geholfen wird. Und dafür setze ich mich gerne ein.
Ihre grösste Angst?
Dass die Welt nicht besser wird. Aber ich glaube fest daran, dass sie es wird. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.