Melanie Griffith boykottiert «50 Shades of Grey» «Ich sehe nicht zu, wenn man meine Tochter auspeitscht»

Melanie Griffith (56) spricht über die Rolle ihrer Tochter Dakota (24) in «Fifty Shades of Grey», die Schauspielerei und das Älterwerden.

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Sie ist grossgewachsen, steht in einem mintgrauen Hosenanzug am Fenster der Villa Orselina oberhalb von Locarno TI. Melanie Griffith (56) hat die Schultern bedeckt. Das «Antonio»-Tattoo, das an ihren Mann Antonio Banderas (53) erinnert, ist nicht zu erkennen. Griffith lehnt sich aus dem Fenster, zündet sich eine Menthol-Zigarette an. Diese Frau ist das Gegenteil einer Hollywood-Diva!

Mrs. Griffith…
Nein, nein. Nennen Sie mich bitte Miss Griffith. Ich war einmal Mrs. Banderas, aber das ist vorüber.

Okay, Miss Griffith. Macht Ihnen ein solches Panorama wie wir es vor uns haben überhaupt noch Eindruck? Sie haben als Schauspielerin die ganze Welt gesehen…
Ich liebe es! Ich war noch nie in der Schweiz, zumindest glaube ich das. Aber ich bin ja alt mittlerweile, mein Gedächtnis ist nicht mehr das beste (lacht). Gestern war ich in Ascona und es war einfach atemberaubend. Eigentlich wollten wir noch tanzen gehen – aber mein Jetlag hat das nicht mehr zugelassen. Jetzt bleibe ich bis Freitag hier und gehe dann zu meiner Tochter. Sie steht gerade in Europa vor der Kamera.

Sie besuchen das Set von «Fifty Shades of Grey»? Ihre Tochter Dakota Johnson spielt im Sadomaso-Drama die Hauptrolle.
Nein, «Fifty Shades of Grey» tue ich mir nicht mal auf der Leinwand an. Don und ich (Don Johnson, Griffiths zweifacher Ex-Mann und Vater von Dakota; Anmerkung der Redaktion) haben einen Pakt geschlossen, dass wir Dakota in dieser Rolle nicht sehen werden. Ich kann doch nicht zuschauen, wie mein Babygirl ausgepeitscht und angekettet wird! Aber ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht, auf welchem Filmset ich sie am Wochenende besuche.

Es muss wohl das Remake von «La Piscine» sein mit Tilda Swinton…
Wirklich? (Griffith holt ihre Handtasche hervor. Ihre «California driver's license» ist zu erkennen.) Ich schreibe Dakota gleich eine SMS und frage, was sie da eigentlich gerade macht.

Sie spielen in «Thirst», einem Kurzfilm der in Locarno gezeigt wird, die Hauptrolle der alkoholkranken Sue, die sich prostituiert. Wie konnte die junge Regisseurin Sie dafür gewinnen?
Ich kriege leider fast keine Rollenangebote mehr. Ich kann also nicht so auswählen, wie alle denken. Als ich die Geschichte von «Thirst» sah, wusste ich: Da will ich dabei sein. Ja, ich bin auch Alkoholikerin und ich konnte meine eigenen Abgründe mit dieser Rolle verarbeiten. Ich habe diese Rolle auch angenommen, weil ich in Sue Parallelen zu mir selbst sah. Und mit dem Spiel konnte ich einen Teil von mir selbst nach Aussen kehren, der nicht mehr in mir drin ist. Zudem hat mich die Regisseurin Rachel McDonald sofort begeistert. Sie erinnert mich an Sydney Lemut (mit ihm drehte Griffith «A Stranger Among Us»« Anmerkung der Redaktion). Aber der Hauptgrund, warum ich mitgemacht habe ist ein feministischer: Ich will Frauen im Filmbusiness unterstützen, denn es müssen endlich mehr Filme aus Frauensicht gemacht werden.

Sie stehen seit mehr als 30 Jahren vor der Kamera. Lieben Sie die Schauspielerei überhaupt noch?
Ich liebe es ehrlich gesagt erst heute richtig. Ich muss den ganzen Bullshit nicht mehr mitmachen. Ich muss nicht mehr die ganze Zeit darüber reden, was ich trage und was ich mache und wie viel ich verdiene. Heute kann ich endlich das machen, was ich will. Aber jetzt habe ich halt eine Tochter, die gerade dabei ist, mit dem ganzen Bullshit anzufangen. Darum trage ich jetzt ihr Sorge und sage ihr immer, dass die ganzen aufgesetzten Dinge nichts zählen.

Sie haben Dakota aber nicht gesagt, sie soll es lassen mit der Schauspielerei?
Nein. Aber ich hätte es niemals erwartet. Als kleines Mädchen war sie auf den Filmsets und hat über alles gerichtet und geurteilt.

Ihre Mutter Tipi Hedren ist eine SchauspielIkone. Hitchcock machte sie in «Die Vögel» unsterblich. Ihre Tochter führt also die Familientradition weiter.
Ja, das ist schon sehr cool. Aber wissen Sie, ich wollte eigentlich auch nie Schauspielerin werden, weil eben meine Mutter eine war. Ich weiss noch, wie ich ihr als Vierjährige in der Maske zuschaute. Das war alles andere als schön, wie die an ihren Haaren gezogen haben. Und Hitchcock war nun wirklich nicht der warmherzigste Mensch – ehrlich gesagt war er komisch. Aber dann habe ich angefangen zu modeln und Arthur Penn (US-Regisseur; Anmerkung der Redaktion) sprach auf meinen Anrufbeantworter. Damals war ich schon mit Don zusammen und er sagte mir: Bist du völlig verrückt. Wenn Arthur Penn dich als Schauspielerin will, dann sagt du ja!

«Thirst» beginnt mit dem Satz: «Wir sind hier, um etwas zu werden. Aber die meisten von uns werden jemand anderes.» Sind Sie heute der Mensch, der sie als Mädchen werden wollten?
Ach wissen Sie, jeder kennt doch meine persönliche Geschichte. Ich wusste sehr sehr lange nicht, wer ich genau bin. Aber wenn ich jetzt so nachdenke: Jetzt habe es endlich geschafft die Person zu zu sein, die ich bin.

(Griffith holt wieder ihr Telefon hervor, zeigt der Journalistin das Display: Dakota hat geantwortet. Auf dem Display steht «La Piscine».)

Sie hatten Recht, Dakota spielt tatsächlich in «La Piscine». Sie wissen ja mehr von  meiner Tochter, als ich! (lacht)

Publiziert am 06.08.2014 | Aktualisiert am 07.08.2014
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