Gerichtsmediziner: Jacko wurde getötet!

LOS ANGELES – Klarheit vor seinem 51. Geburtstags: Michael Jackson ist nach dem offiziellen Befund des Gerichtsmediziners einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen.

  • Publiziert: 28.08.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Wäre am 29. August 2009 51 Jahre alt geworden: Michael Jackson, hier als Wachsfigur im «Madame Tussauds Hollywood» enthüllt. (AP)

Das Gerichtsmedizinische Institut berichtete am Freitagabend, dass der Popsänger am 25. Juni an einer «akuten Vergiftung» durch das Narkose- Beruhigungsmittel Propofol gestorben ist. Auch das Beruhigungsmittel Lorazepam trug den Experten zufolge «primär» zu Michael Jacksons Tod bei. Es wird in den USA unter dem Namen Ativan gegen Angstzustände verschrieben.

Die Gerichtsmediziner gehen demnach von einem Tötungsdelikt aus. Der «King of Pop» wäre an diesem Samstag 51 Jahre alt geworden.

Weitere Medikamente, deren Spuren bei der Autopsie entdeckt wurden, stammten von den Beruhigungsmitteln Diazepam (Valium) und Midazolam (Versed). Ausserdem hatte Jacko Lidocain und Ephedrine in seinem Körper. Diese hatten aber keinen direkten Einfluss auf sein Herzversagen, heisst es in der offiziellen Erklärung.

Staatsanwalt entscheidet über Strafanzeige

Der Bericht der Gerichtsmedizin ist die erste offizielle Erklärung, dass der Tod Jacksons fremdverschuldet war. Die Polizei teilte mit, sie werde es der Staatsanwaltschaft überlassen, Strafanzeige zu erstatten.

Bei den Ermittlungen ist Jackos Leibarzt Conrad Murray der Hauptverdächtige. Aus dem Durchsuchungsbefehl für seine Praxis war hervorgegangen, dass er den Popstar vor seinem Tod sechs Wochen lang wegen Schlaflosigkeit behandelte. Murray gab der Polizei zu Protokoll, dass er Jackson auf dessen Verlangen an dessen Todestag Propofol gespritzt habe.

Auch Hautarzt ins Zwielicht geraten

Auch Jackos Hautarzt, Dr. Arnold Klein, gerät offensichtlich weiter ins Visier der Ermittler. Dem Internetdienst tmz.com zufolge nahmen sich mehrere Einheiten der Kriminalpolizei am Freitag das Gebäude vor, in dem Dr. Klein seine Praxis hat. Nach US-Medienberichten soll der befreundete Arzt Jackson jahrelang mit starken Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten versorgt haben.

Jacksons «Milch» tötete ihn

Der Sänger hatte am 25. Juni in seinem Haus plötzlich einen Herzstillstand erlitten. Bereits am Montag waren einige Details aus dem Autopsiebericht bekannt geworden. Demnach hatte Jackson in grossem Ausmass Medikamente genommen. Murray zufolge sprach der Sänger im Zusammenhang mit Propofol – einer weisslichen Flüssigkeit, die gespritzt wird – von seiner «Milch».

Er habe zahlreiche Einstiche in Jacksons Händen und Füssen entdeckt, doch Jackson wollte ihm darüber keine konkrete Auskunft geben, gab der Arzt zu Protokoll. Seiner Aussage zufolge war er nicht der erste Mediziner, von dem Jackson Propofol erhielt. Murray war erst seit Mai bei Jackson angestellt. (SDA/dip)

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