Hollywood-Ikone Sharon Stone «Der Kampf um mein Sex-Image»

Sie ist eine der schönsten Frauen Hollywoods. Und das schon seit Jahrzehnten! Sharon Stone (54) über ihre Mutterrolle und die Männer.

  • Publiziert: 08.09.2012
  • Interview: Dierk Sindermann
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SonntagsBlick-Reporter Sindermann mit Sharon Stone in Los Angeles.

(ZVG)

Genau zwanzig Jahre ist es nun schon her, dass sich Sharon Stone in «Basic Instinct» tief unters Röckchen blicken liess. Zum Jubiläum legt die Kult-Blondine jetzt sogar noch nach. Ihr neuster Film «The Mule» (Das Maultier) spielt im gnadenlosen Umfeld illegaler mexikanischer Einwanderer, die brutalen Menschenschmugglern ausgeliefert sind. In der härtesten Szene wird Sharon Stone während Minuten von einem dieser Fettsäcke vergewaltigt und im Anschluss mit kokaingefüllten Kondomen vollgestopft.

Wie schwierig ist es, eine so traumatische Sequenz zu spielen?
Sharon Stone: Allein hätte ich das nicht durchgestanden. Alle Frauen am Set kamen, mir beizustehen. Sie um mich zu wissen, gab mir die notwendige Kraft. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Wieso haben Sie die Rolle überhaupt angenommen?
Weil mir das Schicksal von illegalen Einwanderern sehr am Herzen liegt. Man braucht keine mexikanischen Wurzeln, um einen Bezug zu dieser Tragödie zu haben. Ich stamme aber auch von Immigranten ab. Meine Familie kam aus Irland.

Sie haben sich in den letzten Jahren auf der Leinwand rar gemacht. Wieso eigentlich?
Das geht nicht anders, wenn man alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist. Inzwischen sind sie alt genug, dass ich wieder mehr drehen kann. Ich habe eine Menge Filme, die jetzt neu herauskommen. Alles Filme, in denen ich nette reife Ladys spielen darf (lacht). Zu denen ich ja mittlerweile auch gehöre.

Drei Kinder – ist das nicht wie Flöhe zu hüten?
Zum Glück sind alles Söhne. Die Jungs lieben ihre Mama. Aber es stimmt schon. Mit drei Kids kann man nicht mal mehr allein auf die Toilette gehen.

Besuchen die Jungs die Schule?
Quinn, mein Jüngster, ist sechs Jahre alt und seit diesem Monat in der Vorschule. Sein Bruder Laird ist sieben; er besucht die zweite Klasse. Und mein Ältester, Roan, ist zwölf Jahre alt und bereits in der sechsten Klasse.

Man hört, wie stolz Sie sind!
Ja, und wie! Allein, sie aufwachsen zu sehen, hat aus mir einen besseren Menschen gemacht.

Wie ähnlich sind sich die drei?
Sie haben alle ihren eigenen Kopf. Was sie gemein haben, ist ihr Drang, die Welt zu sehen. Das haben sie ganz klar von mir. Ich habe sie ständig mitgenommen, wenn ich unterwegs war. Für mich ist die Schweiz ein Traum, Quinn steht auf Paris, Laird auf London und Roan will unbedingt nach Deutschland.

Haben Ihre Boys schon Hollywood im Visier?
Roan auf jeden Fall. Er hat gerade seine erste kleine Rolle in meinem Film «What about Love» bekommen. Und er fühlte sich riesig. Er hat gesagt «Mama, jetzt werden die Paparazzi nicht nur dich fotografieren wollen, sondern auch noch mich.» Er glaubt, er sei ein Superstar.

Haben Sie überhaupt noch Zeit für andere Männer?
Ja, es gibt einen Mann in meinem Leben.

Ist er wieder jünger als Sie?
(Mit gespielter Empörung): Es geht Sie einen Sch...dreck an, wie alt mein Freund ist.

Wir fragen ja nur, weil Ihr ­letzter 18 Jahre jünger war.
Genauso gut könnte ich Sie fragen, ob Sie ein Sexvideo von sich dabei haben, das wir uns nachher zusammen anschauen.

Leider nein. Verraten Sie uns wenigstens, welche Eigenschaften ein Mann haben muss, um bei Ihnen zu landen.
Er muss akzeptieren, dass ich nur in der Kombination Mutter-mit-Kindern zu haben bin. Wem das nicht passt, der kann gleich wegbleiben.

Sonst noch etwas?
Er muss mich so respektieren wie ich bin und mich auf Händen tragen.

Ihr Sexappeal ist noch immer sehr ausgeprägt. Sie sehen auch mit 54 keinen Tag älter aus als 30. Wie schaffen Sie das bloss?
Ich habe mich nie selbst als schön oder sexy gesehen. Am Anfang bekam ich viele Rollen nicht, weil ich eher den Typ der Aussenseiterin verkörperte. Die Produzenten fanden mich nicht heiss genug.

Die müssen blind gewesen sein.
Glauben Sie mir: Dass sich das mit «Basic Instinct» geändert hat, war nicht mein Verdienst. Irgendwie hat man mich darin fantastisch aussehen lassen. Ich konnte es nicht fassen, als ich den Film das erste Mal sah. Es war ein Aha-Erlebnis. Danach habe ich alles getan, um das sexy Image so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

Es ist Ihnen gelungen!
Was mich selbst erstaunt hat. Es ist nicht selbstverständlich, wenn man eine Frau in den Fünfzigern ist und die Leute einen immer noch ohne Kleider sehen wollen. Ich finde das ­klasse!

Offenbar nehmen Sie das Alter mit Humor.
Altern ist viel besser als Totsein. Ich weiss, wovon ich rede. Ich war nach meiner Hirnblutung im Jahr 2001 schon klinisch tot und konnte wiederbelebt werden – Gott sei Dank! Ich fühle mich einfach nur glücklich, dass ich weiteratmen darf.

Sie sind politisch sehr engagiert. Wie wäre es mit einer Kandidatur fürs Weisse Haus? Sie könnten als erste Präsidentin der USA in die Geschichte eingehen.
Ich hoffe immer noch, dass Hillary Clinton unsere erste Präsidentin wird. Nachdem Barack Obama 2016 abgetreten ist.

Gar keine Ambitionen, in die Politik zu gehen?
Ich bin seit 17 Jahren als Botschafterin für AMFAR tätig, eine Stiftung für Aidsforschung. Seither haben wir mehr als 325 Millionen Dollar Spenden gesammelt. Das zählt für mich als politisches Amt. Aber wenn mir tatsächlich einmal jemand eine Botschafterstelle anbieten würde, bei der ich Einfluss nehmen könnte, dann würde ich das sicherlich nicht ausschliessen.  

Alle Kommentare (1)

  • marco  schwab , zürich
    Sich über fünfzig noch auszuziehen ist doch keine rärität mehr. es gibt ja bald den Treuhänderkalender, ähnlich wie der Bauerkalender, das Durchschnittsalter wird dort auch so um die fünfzig sein.
    • 09.09.2012
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