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Haben Lügen lange Beine? Zumindest bei Supermodel Naomi Campbell scheint dies der Fall zu sein: Die für ihre Allüren und Ausbrüche berüchtigte britische Laufstegschönheit soll vor Gericht nämlich dreist gelogen haben.
Im Blutdiamanten-Prozess gegen den mutmasslichen Kriegsverbrecher Charles Taylor hatte Campbell (40) vor fünf Tagen beteuert, niemals bewusst Diamanten des liberianischen Ex-Diktators angenommen zu haben.
Mia Farrow (62), Schauspielerin und Ex-Gattin von Woody Allen (74), behauptete am Montag aber das Gegenteil: Taylor habe ihr einen «riesigen Diamanten» geschenkt, prahlte Campbell laut Farrow am Tag nach einem gemeinsamen Charity-Dinner bei Nelson Mandela 1997.
Nun erhält Farrow Rückendeckung von Campbells ehemalige Agentin Carole White: «Sie sagte mir: ‹Er wird mir Diamanten geben›», gab diese mittlerweile vor Gericht über ihre Ex-Chefin zu Protokoll: «Sie war sehr aufgeregt.» Laut White hätten Campbell und Taylor bereits den ganzen Abend heftig geflirtet.
Alles Lüge, entgegnet das Model: «Lächerlich und schmerzhaft» seien die schweren Anschuldigungen, dass das Leid der Afrikaner Campbell kalt lasse. «Ich habe kein Motiv, nichts zu gewinnen», liess die Diva gestern in einem Statement verlauten. Und drückte ihrerseits heftig auf die Tränendrüse: «Ich bin eine schwarze Frau, die sich immer für gute Zwecke eingesetzt hat und dies auch in Zukunft tun wird – besonders in Bezug auf Afrika.»
Schützenhilfe erhält Campbell von Taylors Anwalt Courtenay Griffiths: Dieser brandmarkt Whites Aussage als «komplettes Lügenpaket». Und greift die Agentin, die bereits in einen Rechtsstreit mit Campbell verwickelt ist, harsch an: «Sie haben diese Geschichte nur erfunden, um ihrem eigenen Verfahren wegen Vertragsbruch zu helfen. Es geht für Sie nur ums Geld.»
White wiederum verteidigt sich: «Es ist die absolute Wahrheit. Dies hat rein gar nichts mit meiner geschäftlichen Auseinandersetzung mit Naomi Campbell zu tun.»
Wer lügt? Diese Frage muss jetzt vom Kriegsverbrechertribunal geklärt werden. Zurzeit stehen zwei Aussagen gegen eine – und die Luft für das superschlanke Model wird immer dünner.