«Ich hätte nie Männer ausgeführt!»

  • Publiziert: 20.09.2007, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – Der Hollywood-Star und «Marmorera»-Schauspieler Anatole Taubman (35) plauderte im Chat auf Blick Online über seine Vergangenheit als Begleit-Boy und verrät, warum er Berlin liebt.

Anatole Taubman: Hallo miteinander. Ich freu mich, eu bim Blick Online Chat begrüesse z dürfe. Vil Spass!

reto, basel: Mit welchen Hollywood-Schauspielerin willst du unbedingt mal zusammenarbeiten?
Anatole Taubman: Gene Hackman, Philipp Seymour Hoffman, Morgan Freeman, Tim Robins, Al Pacino, Jessica Lange, Meryl Streep. Und da gibt es sicher noch ein paar andere.

Simon, Luzern: Was gefällt Ihnen besser: das Buch Marmorera oder der Film?
Anatole Taubman: Das Drehbuch zu «Marmorera» war eines der besten Drehbücher, die ich je gelesen habe. Natürlich kann man den Film kritisieren, jedoch hätte er mehr Zuschauer und Aufmerksamkeit verdient, als dass er schlussendlich in der Schweiz gekriegt hat.

Simon, Luzern: Was macht das Leben in Berlin zu etwas besonderem?
Anatole Taubman: Berlin ist eine Hauptstadt mit einem Herzschlag, der 24 Stunden pulsiert, einer enormen Subkultur, einer sehr reichen Geschichte und für mich persönlich ist es die einzige Stadt in Deutschland in der ich mir vorstellen kann zu wohnen – ich mag Grosstädte, den Dreck, die Anonymität, etc. Ausserdem gibt es keine einzige Grossstadt in Westeuropa in der man so günstig auf so hohem Standard leben kann.

Simon, Luzern: Wie ist der Charakterkopf Liam Neeson privat?
Anatole Taubman: Bescheiden, aufmerksam, zuvorkommend, sehr entspannt, intelligent, humorvoll und auch ein «Buddy» (Freund) mit dem man Pferde stehlen kann. Null Starallüren! Jemand wie du und ich. Da gibt es ganz andere!

Petra, Chur: Mit wem würdest du niemals drehen?
Anatole Taubman: Mit allen Ex-Miss und -Mister Schweizen ... just kidding :) – und mit meiner Frau, die selber Schauspielerin ist.

Petra, Chur: Wo gehst du in den Ausgang?
Anatole Taubman: Ich bin so viel unterwegs, da bleibt wenig Zeit und Lust für den Ausgang im klassischen Sinne, mit Essen, Drinks und Party danach. Wenn, dann beschränkt sich das auf ein gemütliches Abendessen mit Freunden. Was meinst du genau mit wo, in welcher Stadt, oder was?

Badu, ZH: was hast du gegen miss und mister schweiz? hälst du dich für etwas besseres?
Anatole Taubman: Whats wrong whit you? Liest du nicht genau? Persönlich würd ich mir niemals herausnehmen, mich als irgendetwas besseres zu sehen, als einen Müllmann und ich habe auch nichts – persönlich – gegen alle Ex Miss und Mister Schweiz. Ich kenn die ja gar nicht. Ich sage lediglich, dass ich es traurig finde, dass ein wichtiger, kultureller Bestandteil der Schweiz diese Mister und Misswahlen sind – viel zu überbewertet! Und zum Beispiel die «Solothurner Filmtage» – immerhin die «Swiss Oscars» – so wenig Beachtung in der Öffentlichkeit kriegen. Die Identifikationswerte sind da für mich verschoben.

Petra, Chur: Was sagen deine Kinder, wenn sie dich auf der Leinwand sehen?
Anatole Taubman: Ich habe bisher erst einen Kinderfilm gemacht. Und den kennt meiner Ältere in- und auswendig. Der Rest ist nicht Jugendfrei. Ich glaub sie wären schockiert.

Badu, ZH: was sagt deine familie zu deiner callboy-vergangenheit?
Anatole Taubman: Wer spricht hier von Callboy? Begleitservice! Alles vertikal. Da ist gar nichts verwerfliches dabei und wird in New York als komplett normal empfunden. Die Familie sagt gar nichts dazu – gehört zu meinem Leben.

reto, basel: welche schweizer schauspieler machen ihre sache gut, welche schlecht?
Anatole Taubman: Schlecht kann und will ich nicht beurteilen. Ich schaue gerne Hans-Peter Müller Drossaart, Peter Jäcklin, Roland Wiesenekker, Dominik Jan und Ueli Jäggi zu.

Roger aus St. Gallen: Woran arbeiten Sie gerade?
Anatole Taubman: An einer BBC-TV-Serie. Die nennt sich «Weaking The Dead». Meine Folge dreht sich rund um den Serbienkrieg und spielt 1995 und 2007.

Roger aus St. Gallen: Bekommen Sie etwas vom Paparazzi-Rummel mit?
Anatole Taubman: Wenig.

Roger aus St. Gallen: Hatten Sie auch schon einen Stuntman oder machen Sie alle Szenen selber?
Anatole Taubman: Bei allen englischen und amerikanischen Produktionen werden die gefährlichen Stunts aus Versicherungstechnischen Gründen von Stuntman ausgeübt. Andere Produktionen mit weniger Geld, sind da ein bisschen unvorsichtiger und man muss aufpassen, dass man sich nicht in Gefahr bringt.

Roger aus St. Gallen: Wo gefällts Ihnen besser: In der Schweiz oder in den USA?
Anatole Taubman: In der Schweiz.

Badu, ZH: warum stürzen so viele hollywood-stars ab. bist du vor so einem schicksal wie zB Owen Wilson?
Anatole Taubman: Gute Frage. Als Schauspieler ist man schlussendlich doch sehr einsam, weil man doch sehr mit sich beschäftigt ist. Je berühmter man ist, speziell in jungen Jahren, desto grösser ist auch der Druck, mit dem Viele überfordert sind, weil sie ja auch noch selber mitten in der Entwicklungsphase stehen. Das Selbstwertgefühl leidet darunter. Das braucht einen Katalysator – Lindsay Lohan ist ein gutes Beispiel dafür.

Petra, Chur: Wie hältst du dich fit?
Anatole Taubman: Fussball (Verteidiger), Fitnessstudio (obwohl ich das eigentlich schrecklich finde), viel Wasser trinken und genügend Schlaf. Sehr brav, oder? (Das war die zensurierte Version:)

Marco, Burgdorf: Mussten Sie früher als Begleiter auch mal einen Mann zum Essen o.ä. ausführen?
Anatole Taubman: Nie. Und hätt ich auch nicht gemacht.

Marco, Burgdorf: Wie weit wollten die Frauen mit Ihnen gehen, als Sie diese früher ausführten?
Anatole Taubman:

Neunzig Prozent wollten nur einen netten Abend mit guten Gesprächen haben. Puures Gentelman-Dasein. Da gab es ein, zwei, drei, vier Ausnahmen, die gerne das vertikale Gespräch in die Horizontale verlegt hätten.

Roger aus St. Gallen: Waren Sie schon mal bei der Oscar-Verleihung?
Anatole Taubman: Nein, da würde ich auch nur hingehen, wenn irgendein Film von mir nominiert wäre.

Petra, Chur: Was gefällt dir an Meryl Streep so besonders, dass du mit ihr drehen möchtest?
Anatole Taubman: Eine wunderschöne Frau und brilliante Schauspielerin, die immer ihr Geheimnis bewahrt und nicht vorhersehbar spielt, die immer überrascht!

Iris, Nottingham: Ich möchte Dir ganz herzlich zu deinem Erfolg gratulieren. Ich war vor Jahren mal eine zeitlang deine Nachbarin im Bündnerland und habe immer noch einen Teddybären, den du mir geschenkt hast, nachdem du mit dem Velo in mich eingeschossen bist.
Anatole Taubman: War das in Fanas? Ein Bussi für den Teddybären und eine Umarmung für dich.

Petra, Chur: Warum würdest du nicht mit deiner Frau drehen?
Anatole Taubman: Das würde zu lange dauern, um die das zu erklären. Ein andermal mehr dazu.

Felix Kronenberger, Dietikon: Wärst du gern auch mal hinter der Kamera?
Anatole Taubman: Nur als Produzent – nie als Regisseur.

Simone, Bern: Wann sind sie das nächste Mal im kino zu sehen?: Wann sind sie das nächste Mal im Kino zu sehen?
Anatole Taubman: Ende Oktober/November in Deutschland: «Marmorera» und «Mörderischer Frieden» kommen dann ins Kino.

reto, basel: Hi Anatole, bist du als Begleit-Service-Mann auch zum Äussersten gegangen, sprich hattest du Sex mit deinen Kundinnen?
Anatole Taubman: Der Gentleman geniesst und schweigt.

san: guetä tag anatole! wo in n.y. häsch du dis schauspielstudium gmacht und wie wird mer dette ufgnah? gruäss
Anatole Taubman: «Circle in the Square» in New York. Durch Vorsprechen wird man aufgenommen.

Petra, Chur: Was war bisher deine lieblingsrolle?
Anatole Taubman: Friedemann Bach in «Mein Name ist Bach».

Iris, Nottingham: Wann sehen wir dich als nächstes im Englischen Fernsehen?
Anatole Taubman: «Spooks» die britische Anwort auf «24» – ein Agentenserie von BBC. Ende 2007 oder Anfang 2008 auf BBC.

Anatole Taubman: Vielen Dank für die zum Teil sehr guten Fragen und alles Liebe, Anatole.

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