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Er redet und redet. Francis Rossi kommt in die Garderobe. Trägt Jeans, ein blaues Hemd und weisse Socken. Weisse Socken! Er lächelt. Und dann legt er los – fast eine Stunde.
Sie waren schon so oft in der Schweiz. Was gefällt Ihnen hier so gut?
FRANCIS ROSSI: Rösti! Ich liebe Rösti. Besonders die von Hero. Am liebsten hätte ich jeden Tag einen Lastwagen voll Rösti vor meiner Haustür.
Wie sieht ein typischer Tag von Francis Rossi aus?
Immer gleich. Ich brauche jeden Morgen mein Bananenmüsli und meine Vitamine. Dann treibe ich Sport, arbeite, mache Musik und spiele mit meinen Kindern. Um sieben gibts Abendessen und um halb zwölf gehts ins Bett. Wenn irgendjemand meine Routine stört, dann werde ich ziemlich sauer.
Das ist aber ganz und gar nicht Rock’n’Roll?
Ich weiss. Die Leute glauben immer, ich müsse Fernseher aus dem Fenster schmeissen und so. Doch das ist völliger Blödsinn – das kostet nur Geld.
Schauen Sie Fernsehen?
Oh ja, ich liebe TV-Serien. Die ‹Sopranos› und ‹Grey’s Anatomy› – einfach grossartig. Die eine Szene mit der blonden Ärztin Izzy, wo ihr Freund, der Herzpatient, stirbt – ohhh verdammt, ich musste so heulen!
Sie haben acht Kinder. Mögen sie die Musik von Status Quo?
Hehe, ich weiss! Hab ich gut gemacht. Nicht wahr? Ach, die hören alles Mögliche. Auch mal Status Quo. Mein ältester Sohn Guy, mittlerweile vierzig Jahre alt, hörte als Kind lieber Musicals und Theatermusik. Er tanzte dann immer durchs Haus und wollte ein Mädchen sein. Heute weiss ich, er ist schwul – aber damals fand ich das ziemlich komisch.
Und was macht er heute?
Er ist Opernsänger und lebt mit seinem Mann in London.
Haben Sie auch schon Enkelkinder?
Ja. (Rossi knurrt.) Ich sage ihnen immer, sie sollen mich in der Öffentlichkeit nicht Opa nennen. Doch sie machen es trotzdem – um mich zu ärgern.
Sind Sie nicht gern Opa?
Doch schon, aber ich fühle mich nicht wie ein Opa. Oder sehe ich etwa wie einer aus?
Nein, natürlich nicht! Jung und knackig – apropos knackig. Ich hörte, Sie sammeln Koi-Karpfen?
Nicht mehr. Wir hatten einen Koi-Teich.
Was ist passiert?
Das ist eine traurige Geschichte. Eines Tages fiel die Sauerstoff-Pumpe aus. Wir versuchten die Fische zu retten. Doch ein Koi hat es nicht geschafft. Wir haben so geheult, als Greedy, unser Lieblingskarpfen, gestorben ist.
Er grinst und haut auf die Bühne ab. 90 Minuten lang hämmern und stampfen Francis & Co. 13 000 Fans toben.