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«Es gab für mich damals nur das Schauspielstudium», erzählt der Schweizer Hollywood-Darsteller Anatole Taubman («Aeon Flux», «Luther») . Er war damals Anfang 20 und direkt aus dem Internat in Einsiedeln nach New York gezogen.
«Egal, wie lang die Nächte waren, morgens um acht stand ich wieder in der Schule.» Dann lässt der Zürcher die Bombe platzen: «Ich arbeitete als Walker.» Also als ein Begleiter bei einem Escort-Service.
«Ich sprach Französisch, Italienisch und war nicht hässlich. Die Damen riefen bei der Agentur an, und ich begleitete sie dann ins Theater oder ins Restaurant. Mein Geld bekam ich immer im Voraus. So dass ich dann auch die Rechnungen bezahlen konnte.»
Es war ein Job. Und rückblickend ist die Zeit als Schauspielschüler eine unvergessliche Erinnerung. Es war ein Abschnitt, den ich nicht missen möchte und der auch viel mit Schauspielerei zu tun hatte.
Heute lebt Taubman mit seiner Lebensgefährtin, der deutschen Schauspielerin Claudia Michelsen, und seinen zwei Töchtern in Berlin und hat die Möglichkeit, an der Seite von Superstars wie Charlize Theron oder Daniel Craig in grossen Hollywood-Produktionen zu spielen.
Grad weil es harte Arbeit war, dahin zu kommen wo Taubman heute steht, findet er es «schockierend, dass ein ‹Mister›- oder ‹Miss›-Event hierzulande scheinbar der wichtigste kulturelle Event eines Kalenderjahres ist.»
Der «Marmorera»-Darsteller ist nicht neidisch auf die Aufmerksamkeit, die eine Christa Rigozzi oder ein Tim Wielandt bekommen: «Das ist doch kein Massstab. Und es traurig, wenn man sieht, wie wenig wichtig Schweizer Schauspieler genommen werden.»
Taubman: Vom Internat in Einsiedeln bis nach Hollywood.- ZVG