Happy Birthday, Rolling Rentner!

LONDON – Mick Jagger heute rollt ins Pensionsalter. Während andere sich in ihr Schrebergärtchen zurückziehen, unterschreibt der «Stones»-Obermacker mit 65 lieber eine neuen Plattenvertrag.

  • Publiziert: 15.22 Uhr, Aktualisiert: 13.01.2012
play Dieser Blick! Diese Lippen! (AP)

65. wird der Sänger der Stones heute. Und ob man ihn mag oder nicht: Egomane Mick war immer schon der smarteste der grössten Rock-Band der Welt.

Kreativpartner Keith Richards konzentriert sich aus abenteuerlich Aussehen und auf altersgerechten Drogenkonsum. Gitarrist Ron Wood kann sich im Moment nicht zwischen seiner langjährigen Ehefrau Jo (53) und einer 20-jährigen Russin entscheiden und Drummer Charlie Watts hat sich noch nicht lange von seinem Kehlkopfkrebs erholt.

Der Fels unter den Steinen ist zumindest in der Abteilung Geschäftssinn und Gesundheit der Frontmann. Er altert nie. Böse Zungen behaupten, er habe schon mit 25 so ausgesehen wie heute. Der Schmollmund jedenfalls ist derselbe. Höchstens ein paar Furchen mehr haben sich in sein Gesicht eingegraben.

«Die Rolling Stones machen weiter, spielen noch mehr Alben ein und gehen immer wieder auf Tour», kündigte Jagger im vergangenen Jahr an. Ein Rückzug in den Ruhestand ist nicht abzusehen.

Neuer Plattenvertrag

Neuster Beweis? Die Rolling Stones haben eben ihre langjährige Plattenfirma EMI verlassen. Die Rock-Legenden wechseln zum Konkurrenten Universal Music – mit einem langfristigen Vertrag.
Der Song «I Cant Get No Satisfaction» aus dem Jahr 1965 machte Jagger und sein markante Stimme weltberühmt und verkaufte sich millionenmal. Er ist vielleicht noch eine Spur legendärer als andere Hits wie «Under my Thumb», «Lets Spend the Night Together», «Brown Sugar», «Honky Tonk Woman» oder «Sympathy for the Devil».

Die jüngste «Bigger Bang»-Welttournee der Stones, die vor einem Jahr mit einem Konzert in Belgrad zu Ende ging, gilt mit Einnahmen von mehr als 437 Millionen Dollar als wirtschaftlich erfolgreichste Konzertreise aller Zeiten. Jagger selbst soll mittlerweile 225   Millionen Pfund (465 Millionen Franken) schwer sein.

«Sir Mick» wird ruhiger

Der 1943 in Dartford südlich von London geborene Michael Phillip Jagger brach sein Studium an der renommierten London School of Economics Anfang der 60er Jahre ab. Zusammen mit den Gitarristen Keith Richards und Brian Jones gründete er die nach einem Song ihres Bluesidols Muddy Waters benannten «Rolling Stones».

Jagger , der im Gegensatz zu den «braven» «Beatles»-Pilzköpfen das Bild von den «bad guys» kultivierte, wurde 2003 – trotz oder wegen «Sex, Drugs and Rockn Roll» – in den Adelsstand erhoben und darf sich seitdem «Sir Mick» nennen. Als Frauenheld machte Jagger in den vergangenen Jahren nicht mehr von sich reden.

Wie es heisst, hat die viel grössere und ein Vierteljahrhundert jüngere Stylistin LWren Scott ihn seit 2001 fest im Griff. Die Sturm- und Drangzeit mit den Sängerinnen Marianne Faithfull und Carla Bruni – Frankreichs heutiger Première Dame – oder den Models Chrissie Shrimpton und Luciana Giminez Morad ist vorbei.

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