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Herr von Goisern. Morgen ist es ein Monat her, dass der Kärntner Landesvater Jörg Haider bei einem Autounfall verstarb. Sie beide sind «Buben» aus Goisern. Wie war Ihr Verhältnis zu ihm?
Hubert von Goisern:Ich habe ihn nie persönlich kennengelernt. Aber ich kenne Jörgs Vater recht gut. Der ist mit meinem Grossvater befreundet, sie sind praktisch Nachbarn.
Sie vertreten weltoffenes, kosmopolitsches Gedankengut. Was halten Sie von Jörg Haiders Einstellung?
Seine Gedanken waren gefährlich, unreflektiert und dumm. Er hat soviel gelogen in seinem Leben. Es ging ihm sehr um Machtgewinn. Daher war er auch ein grosser Opportunist.
Haben Sie sich mit ihm und seinen Ideen aussgesöhnt?
Es gibt keinen Konflikt mehr von meiner Seite zu ihm, da er das Zeitliche gesegnet hat. Natürlich tut mir sein tragischer Tod leid. Trotzdem bleiben seine Gedanken nicht ungeschehen. Haider hat den Rechten ein Gesicht gegeben.
Letzten Samstag haben Sie im Kaufleuten mit Ihrer 8-köpfigen Band ihr neues Album ‹SNix› vorgestellt, das Publikum war begeistert. Multikulturelle Einflüsse, politsche Aussagen, alpine Wurzeln. Von Jodel bis Rock. Wie beschreiben Sie sich selbst?
Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Obwohl, jeder Mensch ist eine Schublade für sich selbst. Ich habe den Anspruch, nach allen Seiten offen zu sein, mache Musik, die meine ist. Ich habe selbst eine Schublade geöffnet. Mein Privileg ist, dass ich musikalisches Talent in die Wiege gelegt bekommen habe. Und ich habe das Privileg, mit den besten Musikern zusammenzuarbeiten, die sich Zeit mit mir nehmen.
Sie spielen auf der Ziehharmonika, Mundharmonika, singen, beherrschen diverse Blasinstrument. Gibt es ein Instrument, das sie nicht mögen?
Da muss ich nachdenken. Ja, ich mag das Akkordeon nicht. Es ist wie ein umgehängtes Miniatur-Orchester, hat etwas Biederes an sich. Ist nicht zu vergleichen mit deinem ‹Schwiizerörgeli›. Aber ein Akkordeon klingt für mich ein bisschen schleimig.
Wie können Sie Ihre Gefühle am besten ausdrücken. Durch Ihre Stimme, oder ein Instrument?
Die Stimme ist etwas Direktes und Unmittelbares. Ein Zwischenglied zwischen mir, meinen Musikanten und aussen.
Ihr Publikum besteht hauptsächlich aus Intellektuellen. Gut so?
Intellekt muss man kritisch betrachten. Oft wird das ja als Kompliment gesehen, wenn man jemandem sagt, er sei intellektuell. Ich finde das nicht nur positiv. Es kann Leute unzulänglich und kompliziert machen. Ich habe ein Lied mit der Zeile geschrieben: ‹und nur weils gscheit ist, iss nit guat…›
Herr von Goisern. Was macht Sie glücklich?
Wenn ich was tu. Im Studio arbeiten, eine Skitour machen, in der Werkstatt sein, oder meinen Kindern eine Lampe montieren.
Sie sind nicht nur ein erfolgreicher und begnadeter Musikern, sondern auch ein begeisterter Skifahrer. Auf welchen Hängen trifft man Sie an?
Ich liebe das Oberstairische Skigebiet, zum Beispiel Reiteralm. Und Zauchensee gefällt mir auch sehr gut. In der Schweiz liebe ich das Lauberhorn und die ganzen Skigebiete von Wengen und Grindelwald. Ich habe ja am Samstag in Zürich versucht, mir einen Stöckli-Tourenski zu kaufen, das war leider ein Ding der Unmöglichkeit.
Wie empfinden Sie die Schweiz?
Ich liebe die Schweiz. Es ist für mich eine Mischung aus High-Tech und 3. Welt-Feeling. Man trifft viele schöne Leute auf der Strasse. Sie haben ein entspanntes Selbstbewusstsein.