Lesben-Liebchen Nadine Vinzens: «Frauenküsse sind anders»

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Flavia schlittler
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Nadine Vinzens über ihre erste Hollywood-Hauptrolle und Zungenküsse von Frau zu Frau.

Keck, selbstbewusst und hartnäckig war Nadine Vinzens (26) schon immer. Das zahlt sich für sie nun aus. «Ich habe den Vertrag für einen Hollywood-Film», strahlt sie. Und erzählt: «Im Kinothriller führen die beiden Haupdarstellerinnen eine wilde Liebesbeziehung. Ich spiele eine der beiden Lesben. Mehr kann ich noch nicht sagen.»

Dass erotische Szenen dazugehören, stört die Miss Schweiz 2002 nicht. «Ich kenne das schon. Mit 17 hatte ich einen sehr lustigen Abend mit einer Kollegin, der mit Zungenküssen endete», erzählt sie.

Als Lesbe überzeugt

Es blieb nicht ihre einzige homoerotische Erfahrung. Vor zwei Monaten musste sie im Casting für ein neues Rolling-Stones-Video als Lesbe überzeugen. Das tat sie.
Mühe hat Nadine Vinzens nur, wenn sich eine Frau in sie verliebt. «Das ist mir schon passiert. Es ist mir dann unangenehm und ich finds ganz schön schräg.

Aber mal ehrlich: Welche junge Frau hat nicht schon erotische Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht gemacht? Das ist doch heute nichts Besonderes mehr», sagt Nadine. Doch wer besser küsst, ist für sie klar: «Frauenküsse sind anders, aber Männerküsse sind besser.»

Lesbe – nur eine weitere Rolle?

Küssen, streicheln und sich sexy in Szene setzen: Nadine ist am Set ein Profi. «Nun spiele ich eine Lesbe. Das bin ja nicht ich. In Rollen zu schlüpfen, die weit weg sind von mir – das fasziniert mich an der Schauspielerei.»

Letzte Woche machte sie die letzten Aufnahmen in der Rolle der eifersüchtigen Freundin im Schweizer Kinofilm «Mary & Johnny». Nächste Woche fliegt sie für den Hollywood-Dreh zurück nach Los Angeles. Im September beginnt die dreimonatige Arbeit am Set. Jungregisseur Lance Dumais, der unter den Fittichen von Regie-Genie Spike Lee (53) steht, ist dort ihr Chef. «Ich freue mich mega», strahlt Nadine.

Karriere kommt in Fahrt

Seit fünf Jahren lebt die Churer «Maitla» in Los Angeles, kämpft sich von Casting zu Casting, jobbt als Model, lebt in einer kleinen Wohnung. Nun kommt ihre Karriere endlich in Fahrt. Sogar der Bündner Dialekt kommt ihr zugute. «Die Produzenten wollten jemanden mit europäischem Dialekt. Ich muss mich zumindest sprachlich nicht verbiegen», sagt sie schelmisch.

Bedenken, dass sie nach dem Film als Lesbe gilt, hat Nadine Vinzens nicht. «Wer mich kennenlernt, merkt sofort, dass ich total männerfixiert bin.»

Offen Nadine Vinzens kommt bei Männern und Frauen gut an.- Stefan Bohrer

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