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Bei «MusicStar» (2004) war Baschi noch der Traum aller Schwiegermütter: Fransenfrisur, Schmollmund, treuer Blick. Jetzt hat sich Sebastian Bürgin (21) ein Rocker-Image zugelegt: Löwentattoos, grimmige Fotos im Muskelshirt und provokative Liedtexte. Für Letztere mitverantwortlich ist sein langjähriger Freund und Produzent Roman Camenzind. Zusammen mit Baschi komponierte er «Wenn das Gott wüsst» – ein Lied, in dem sich alles um Gruppensex, Drogen und Gotteslästerung dreht.
«Es stimmt, wir haben diesen Text gemeinsam geschrieben», bestätigt Camenzind, der schon für die Musik von so bekannten Bands wie Subzonic und Lovebugs verantwortlich war. «Und wir werden ihn auf keinen Fall ändern!» Entweder gefalle er oder eben nicht. Niemand werde gezwungen, die CD zu kaufen.
Camenzind ist seit drei Jahren der starke Mann hinter Baschi. Der Zürcher kann allein in der Schweiz auf mehr als eine halbe Million verkaufter Tonträger verweisen – und auf Auszeichnungen wie den Prix Walo, den Viva Comet, zwölf Goldene und vier Platinschallplatten. Sind Camenzind und Baschi jetzt aber zu weit gegangen? Oder
haben sie alles nur als gezielte Provokation inszeniert?
«Es ist Zeit, aus dem veralteten, romantischen Mundart-Traum aufzuwachen», sagt Camenzind. «Wir jungen Leute reden heute so. Wer das nicht merkt, ist realitätsfremd. Und es kommt noch dicker, das ist erst der Anfang dieser Bewegung!» Baschi kann tatsächlich noch derber: «Schiri, ech weiss, dass jetzt am Wixe besch!», so die neue Version seiner Stadionhymne «Bring en hei», die zum ersten Mal in der Reality-Soap «Baschi National» (jeweils dienstags, um 20 Uhr, auf SF zwei) zu hören war.
Doch Camenzind wiegelt ab: «Keine Angst, der Song kommt vorerst nicht aufs neue Album.»