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Gifteln, draufhauen, kritteln. Man nennt es schlicht «Blog» – es ist die neue Waffe aus dem Hinterhalt. Man sinniert, haut andere in die Pfanne und muss ihnen dabei nicht mal in die Augen schauen. Seit diesem Frühling schiesst auch Kurt Aeschbacher mit virtuellen Pfeilen. Jetzt gegen einen der grössten Popstars aller Zeiten – Sir Elton John. Der nette TV-Talker gallig: «Er ist nur noch eine Karikatur seiner selbst.»
Grund für Aeschbis dissonante Töne: Am Samstag war er zu einem exklusiven Avo-Session-Konzert des Rocket Man in Basel geladen.
Doch Aeschbi fand den Superstar schrecklich: «In einem ziemlich lächerlichen, viel zu langen, üppig bestickten Frack, bewaffnet mit einem riesigen, glitzerigen Cartier-Kreuz um den Hals, schlich ein dicklicher, älterer Herr mit aufgeschwemmtem Gesicht an seinen Flügel und klimperte die ersten zehn Minuten belanglos vor sich hin.»
Dabei hatten Moritz Suter und sein Gönnerver-ein rund eine Million dafür hingeblättert, dass Elton John vor 1500 Begeisterten ein intimes Gastspiel gab.
Alle waren sie gekommen: Die Bank Sarasin war mit Eric Sarasin und Peter Merian vertreten, Andreas und Gigi Oeri wippten im Takt. Auch Radio-Chef Walter Rüegg und TV-Direktorin Ingrid Deltenre klatschten eifrig mit, schliesslich übertrugen ihre Sender das Konzert live. Es soll ein Gerangel gegeben haben, wer dem Pop-Sir die Hand schütteln durfte.
Doch Aeschbacher desavouiert in seinem Blog: «Am Cocktail zu Ehren von Herrn Elton John fehlte der Ehrengast.» Hätte Aeschbi dem Mann, für den er mal einen Versace-Anzug zugunsten dessen Aids-Stiftung versteigerte, gerne die Hand geschüttelt? Matthias Müller, Organisator der Avo-Session, weiss: «Aeschbacher versuchte, über eine Drittperson ein persönliches Treffen mit dem Popstar zu arrangieren.» Das habe aus Zeitdruck nicht geklappt.
Klar ist aber: Elton heizte ein. Rockte und röhrte, verzauberte das Publikum. Nur Aeschbi konnte dem Abend nichts abgewinnen: «Er spulte eine Sause ab, als ob er auf einer Galeere arbeiten würde, mit zwei Dollarzeichen in den Augen.»
Seltsam, Matthias Müllers Beobachtung: «Ich sah, wie Aeschbi mitschunkelte.»
Doch Kurt Aeschbacher fragt genervt: «Wieso tut Elton sich (und uns) das an? Ist es bloss das Geld oder die Sucht, bis zum Umfallen einfach auf der Bühne zu stehen?» Aeschbi würde es nämlich anders machen: «Ich habe mir hinter die Ohren geschrieben, rechtzeitig vom der Bildfläche zu verschwinden.»
Elton John Geboren als Reginald Kenneth Dwight am 25. März 1947 in Middlesex (GB). 1968 erste Single, 1970 internationaler Durchbruch, 1979 als erster westlicher Star in der Ex-Sowjetunion. Elton ist der erfolgreichste britische Solokünstler aller Zeiten. Vermögen: geschätzte 375 Millionen Franken. 2005 Heirat mit David Furnish (44).- epa