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Deutliche Worte im Internet: «Ich suche einen Seitensprung oder eine heisse Affäre. Melde Dich, wenn Du Lust hast mit mir zu ...», schreibt Patrick F.* (34) im Chat von www.webtreff.ch. Der Polizist aus dem Kanton Zürich verkehrt täglich auf der Kontaktseite in der Hoffnung sexhungrige Frauen zu finden. «Mit meinem Pseudonym ‹Katerpat› bin ich anonym und fühle mich absolut sicher. So kann ich offen über sexuelle Vorlieben und Wünsche schreiben», sagt der notorische Seitenspringer. «Beim Treffen ist dann alles klar und man kommt gleich zur Sache.»
F. ist seit vier Jahren verheiratet – glücklich, wie er sagt. Seine Frau weiss jedoch nichts von diesem Treiben.
«Ich brauche diesen Kick»
Angst vor Entdeckung hat er keine. «Ich arbeite in Schichten, das ist doch ideal. Wenn ich abends spät unterwegs bin, fragt mich meine Frau nicht nach Details. Sie denkt, ich sei bei der Arbeit.» Lügen möchte Fremdgänger F. eigentlich nicht, die Ehe sei ihm heilig. Und auch zu Hause komme er sexuell nicht zu kurz. «Meine Frau und ich wollen bald ein Kind. Deshalb schlafen wir sehr oft zusammen. Ich begehre sie enorm.»
Und doch zwingt ihn, wie viele andere, «ein unerklärlicher innerer Trieb» jeden Tag aufs Neue ins Internet, um heimliche Sextreffs zu verabreden. «Ich brauche diesen Kick, ich will wissen, wie es mit anderen Frauen ist, fremde Körper spüren, und mich total gehen lassen können!» Das Leben sei zu kurz für nur eine Frau.
Keine Schuldgefühle
Wie seine Seitensprung-Partnerinnen aussehen, ist dem Hobby-Bodybuilder egal. Hauptsache, sie stammen nicht aus der Nachbarschaft. «Am liebsten verkehre ich mit den Frauen in meinem Auto – das ist gross genug!», verrät F. Schuldgefühle verspürt er keine. «In meinem Bekanntenkreis kenne ich niemanden, der 100-prozentig treu ist.»
Zum ersten Mal hat er seine Frau vor zwei Jahren betrogen, damals mit einer Beamtin auf dem Polizeiposten. «Ich habe meiner Frau den Seitensprung gebeichtet», so F., «das gab Riesenärger. Ich musste ihr ewige Treue schwören, sonst hätte sie mich sofort verlassen.»
*Name von der Redaktion geändert
Seitensprungzimmer- Foto: Rainer Bolliger