
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
DJ Ötzi schlägt neue Töne an ... (Foto: RDB)
Man glaubt, den Anton aus dem Tirol zu treffen. Doch dann pafft DJ Ötzi (37) melancholisch am Glimmstengel, sagt viel Tiefgründiges. Über seine kaputte Kindheit, die Engel im Himmel und seinen neuen Schweizer Freund.
Blick: Wissen Sie was, Herr Ötzi? Ihre neue CD ist ein Meisterwerk. Da passt dieser ulkige Name nicht mehr.
DJ Ötzi: Ich hab mir schon Gedanken gemacht. Die Leute sollen auch wissen, dass ich Gerry Friedle heisse.
Wie wärs mit Gerhard Astrein?
O ja, das klingt gut – das passt zu Flöru . Mit ihm zu arbeiten, war genial. Keiner versteht es so gut wie er, meine Gedanken und Gefühle in Lieder zu übersetzen. Für mich ist er ein Superstar.
Wie kams zur Zusammenarbeit?
Über Francine Jordis Manager Gustl Viertbauer. Er drückte mir die CD mit den «Grössten Schweizer Hits» in die Hand. Darauf war Florian Asts «Träne». Das Stück spielte ich rauf und runter. Ich traute mich gar nicht, Flöru anzurufen. Gustl hat dann vermittelt.
Was ist so speziell an der Zusammenarbeit mit Florian Ast?
Als ich seine ersten Aufnahmen für das neue Album mit den Wiener Symphonikern hörte, dachte ich: Bei Flöru klingt alles schon pfannenfertig. Er ist immer so klar, so grad, so perfekt.
Wie gingen Sie konkret vor?
Ich erzählte ihm Geschichten – etwa von meiner schwierigen Zeit als Pflegekind, als ich Schutz beim Grossvater suchte. Oder dass ich später einen Freund verloren habe. Ein Mann in Machtposition, der sich mit mir abgab, ohne dass er es nötig gehabt hätte. Flöru hat daraus Songs gemacht: «Der Grossvater»
oder «Hotel Engel».
Glauben Sie ans Hotel Engel – den Tod?
Ich war noch nie richtig drin. Aber ich bin eine alte Seele. Ich war schon ein paar Mal auf dieser Erde. Vermutlich auch als Baum.
Wie hat Ast auf das fertige Album reagiert?
Super. Unsere gemeinsamen Sachen gefallen ihm am besten. Mit ein paar anderen kann er sich nicht so identifizieren. Aber ich kann ja meinen Fans nicht nur Melancholisches vorsetzen. Ein bisserl Stimmung brauchts schon.
Früher weigerten sich Radios, Ihre Songs zu senden.
Ich sagte Florian: Die müssen sich noch entschuldigen dafür. Was wir hier abliefern, ist echt hochwertig. Zum ersten Mal bin ich ein richtiger Fan von mir selber.
play
... mit Florian Ast. (Keystone)