Audienz bei der Queen of Pop Die unheilige Madonna

  • Publiziert: 08.08.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Interview: Andy Cocker

In sechs Tagen wird sie fünfzig. In zwanzig Tagen gibt sie zum ersten Mal ein Konzert in der Schweiz: Madonna uperstar. Ein Gespräch über Ruhm, Talent und Britney pears.

SonntagsBlick Magazin: Sie werden fünfzig – für eine Frau ein grosser Einschnitt.
Madonna:
Moment mal. Für eine Frau?

Für jeden.
Gut.

Wie geht es Ihnen damit, fünfzig zu werden?
Es ist auf jeden Fall kein schlimmes Wort.

Ist fünfzig zu werden so etwas wie ein Meilenstein?
Nein, aber alle reden immerzu darüber.

Und wie sehen Sie es denn nun?
Ich sehe es als eine weitere Entschuldigung, eine Geburtstagsparty zu feiern.

Wie sehen Sie sich als Mutter? Wie sind Sie als Mutter?
Ich würde mich da unter strikt und disziplinarisch einordnen. Ich möchte, dass meine Kinder ihre Zimmer aufräumen. Ich finde es nicht gut, wenn Sie Videospiele spielen oder fernsehen. Ich achte darauf, dass sie ihre Hausaufgaben machen. Ja, disziplinarisch, so könnte man das bezeichnen.

Ihre Tochter Lourdes scheint einen ganz besonderen Sinn für Mode zu haben?
Ich sage nur, dass sie eine starke Meinung hat, was Kleidung und Mode angeht. Sie hat einen erstaunlichen Geschmack und sie ist eine starke Persönlichkeit. Sie hat ihre Gefühle unter Kontrolle, das wird später mal eine Herausforderung für mich sein, aber es wird ihr auch nützen, wenn sie älter wird.

Möchte Ihre Tochter auch Musikerin werden und wenn ja, würden Sie da zustimmen?
Sie sagt, sie würde gerne Schauspielerin werden.

Was sagen Sie dazu?
Mir macht es nichts aus.

Wie schwer ist es, sich in Songtexten auszudrücken, ohne zu viel Privates preiszugeben?
Ich finde das nicht so schwierig. Andererseits, wenn jemand schreibt, Prosa, Lyrik, Pop-Songs oder was auch immer, dann ist immer etwas von der eigenen Persönlichkeit in den Texten, auch wenn man über jemanden anders schreibt. Das meiste, was ich geschrieben habe, ist autobiografisch. Einiges, nur ein bisschen, einiges komplett autobiografisch. Es ist sehr schwer, das aussen vor zu lassen, wenn ich schreibe. Aber ich denke, es gibt eine clevere Art etwas zu schreiben und das Herz und die eigenen Erfahrungen hineinzulegen, ohne gleichzeitig zu offensichtlich zu werden.

Wie schreiben Sie persönlich?
Ich arbeite auf vielfältige Art mit Leuten zusammen, entweder ich komme mit einem kompletten Text oder ich höre Musik oder acht Takte Musik inspirieren mich zu einem kompletten Song. Als ich die Musik zu «Miles Away» zum ersten Mal hörte, fing ich sofort an zu singen und die Worte ergaben sich, keine Ahnung, woher die kamen, aber sie flogen mir zu. Aber ich stelle diesen kreativen Prozess eigentlich nie in Frage, es passiert einfach so.

Es gibt wenige Künstler in vorderster Reihe, die immer wieder mit neuen Ideen aufwarten. Wie hat sich Ihre Sicht auf die Musik und auf Ihr Leben verändert?
Das ist eine gigantische Frage. Wie hat sich meine Sicht auf die Musik verändert oder mein Leben?

Dann eben nur Ihr Leben.
So eine Frage beantworte ich nicht. Bitte genauer.

Dann reden Sie bitte darüber, wie sich für Sie die Sicht auf die Musik und auf Ihre Arbeit verändert hat.
Okay, diese Frage finde ich besser. Wir würden hier mindestens sechs Stunden sitzen, wenn ich Ihnen erzähle, wie sich meine Sicht aufs Leben in den letzten dreissig Jahren verändert hat. Und die Musik – meinen Sie das für mich als Künstlerin, kreativ gesehen?

Als Sie zwanzig waren, versuchten Sie es zu schaffen, schrieben diese Hits...
Ach, diese Hits versuche ich immer noch zu schreiben. Jeder will doch Musik schreiben, die alle gerne hören. Ich habe noch nie eine CD gemacht, bei der es mir egal war, ob die Leute sie hören oder nicht. Aber ich denke, meine Musik hat reflektiert, wie ich mich als menschliches Wesen entwickelt habe. Ich habe anfangs wahrscheinlich mehr über Dinge wie «Let’s have a good time» geschrieben, ganz gerade heraus und einfach. Und in meiner Entwicklung als Mensch hat sich das dann geändert und meine Musik reflektiert das. Das heisst nicht, dass ich nicht auch heute noch Songs über das Tanzen und sich gut fühlen schreiben kann. Heutzutage sind meine Songs einfach ironischer, widersprüchlicher, komplexer.

Worin liegt das Geheimnis immer oben zu bleiben, physisch und auch mental?
Das Geheimnis, oh je. Ich denke ein Teil davon ist die Erkenntnis, dass ich nicht die Besitzerin meines Talents bin, sondern nur der Manager. Ich weiss, dass ich mit vielen Dingen gesegnet bin, aber ich weiss auch, dass nur der Gedanke sie besitzen zu wollen, sie verschwinden liesse. Ein anderer Teil ist meine grosse Neugierde auf die Welt und dass ich ständig neue Dinge lernen möchte und mich mit Menschen umgebe, von denen ich glaube, dass sie gewisse Dinge besser können als ich. Wenn ich ständig dazulerne, habe ich auch mehr auszudrücken. Ich begebe mich in eine Umgebung der Herausforderung, im Wissen darüber, dass ich nur der Manager, aber nicht der Besitzer meines Talents bin. Die Neugierde zu lernen setzt den Prozess der Evolution in Bewegung und danach kommt dann der Wunsch auszudrücken, was man gelernt hat. Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage.

Gilt das auch für den physischen Teil?
Nun, ich liebe es zu tanzen, ich liebe es mich physisch stark zu fühlen. Ich fühle mich jetzt stärker als vor zwanzig Jahren. Aber das Physische ist mit dem Bewusstsein verbunden, wenn dein Kopf stark ist, wird es dein Körper auch sein.

Gibt es dort ein Geheimnis?
Ja, ich trinke immer einen Zaubertrank.

Ihre letzte CD «Hard Candy» ist Ihr elftes Album. Gibt es irgendetwas, das Sie nach Platin-CDs, erfolgreichen Touren und Spielfilmen noch erreichen möchten?
Nun, ich bin sicher, dass ich nicht auf die Welt gekommen bin, um CDs zu machen. Da gibt es eine Menge Dinge, die ich noch erreichen möchte.

Als da wären?
Als da wären...ein besserer Mensch zu werden, mehr zu lernen, eine bessere Mutter zu sein. Ich habe Kinder, die noch aufwachsen, das ist eine grosse Verantwortung. Ich würde gerne mehr Filme machen und Regie führen. Ich habe das ja schon gemacht, aber das ist für mich erst der Anfang dieser Karriere. Und ich möchte mehr Platten machen, weil ich Musik liebe.

Wie lange werden Sie noch Musik machen?
Ich habe nicht die geringste Ahnung.

Lange?
Bis ich sechzig bin, denke ich.

Haben Sie noch Kontakt zu Britney Spears?
Nein.

Glauben Sie, dass sie ein Comeback schaffen wird?
Alles ist möglich.

Fühlen Sie mit den Menschen, die gerade im Licht der Öffentlichkeit stehen?
Ja, ich bin da mitfühlend, aber ich denke gleichzeitig auch, dass wir verantwortlich sind für das, was wir tun. Wir kaufen diese Magazine. Wir verschlingen die Informationen gierig, die sie liefern. Also so lange es Menschen gibt, die diese Magazine kaufen oder ins Internet gehen, so lange wird es diese Geschichten auch geben. Angebot und Nachfrage, so ist das nun einmal. Also müssen wir alle Verantwortung übernehmen. Aber es ist schon tragisch und mir tun die Mädels leid. Man darf aber nicht denken, es ist alles ihre Schuld oder es ist alles Schuld der Paparazzi, jeder ist dafür verantwortlich. Mit dem Internet und dem ganzen Wettbewerb, den Zeitschriften und so weiter, da müssen die Medien immer noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um ihr Produkt zu verkaufen, so gibt es kaum noch Grenzen. Es ist ein Aberwitz.

Wenn Sie ein Lied wie «Like a Virgin» hören oder das Video sehen, wer ist die junge Madonna dort?
Wenn ich «Like a Virgin» höre, ist das einfach nur ein musikalisches Statement über die Musik der Achtziger, die damals alle machten. Es hat eine gewisse Unschuld. Und wenn ich das Video ansehe, dann sehe ich auch ein junges unschuldiges Mädchen mit grossen Augen, begeistert vom Leben und am Anfang seiner Karriere.

Was machen Sie, um sich zu entspannen?
Filme ansehen.

Was für Filme?
Ausländische Filme.

Ihr Lieblingswein?
Mein Lieblingswein? Brunello.

Was für Filme?
Ausländische Filme.

Tickets zu gewinnen

Letzte Chance – mit dem SonntagsBlick können Sie 5 x 2 der letzten wenigen Tickets für das Madonna-Konzert gewinnen. Eine ganze Woche lang verlosen wir täglich 10 der heiss begehrten Eintrittskarten. Und so geht es: Rufen Sie die Glücksnummer an: 0901 559 050 (Fr. 1.50/Anruf) und nennen uns das richtige Lösungswort. Schicken Sie uns die richtige Antwort an die 530 per SMS (Fr. 1.50/SMS). Oder nehmen Sie per WAP (http://wapteilnahme-online.vpch.ch/BLI94422) teil.

Die Frage lautet:
«Wie alt wird die Queen of Pop dieses Jahr?»

50 Jahre, Lösungswort: Blick A
25 Jahre, Lösungswort: Blick B

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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