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«No sex, no drugs» – da bleibt nur Rock ’n’ Roll. Amerikas Pop-Aschenputtel hält nicht viel von Afterpartys, Alkohol oder Affären.
Kelly Clarkson ist überzeugte Christin, die Jesus und Mariah Carey gleichermassen verehrt. «Ich lebe in einer Kleinstadt in Texas. Da ist es nicht wie in L. A. oder New York.
Wenn ich abends ausgehe, dann treffe ich mich mit Freunden und wir gehen etwas essen», sagt die Sängerin. «Ich sehe keinen Sinn darin, mich hemmungslos zu betrinken und meine Zeit mit irgendwelchen Abenteuern zu verschwenden, die eh zu nichts führen. Ich bin halt eher ein ruhiges Mädchen.»
«Purity» nennt sich der Trend, der sich in der amerikanischen Musikbranche breitmacht. So wie sich die Teenager-Stars Miley Cyrus oder die Jonas Brothers zu absoluter Enthaltsamkeit verpflichtet haben, will auch Kelly Clarkson lieber erst auf «Mr. Right» warten.
«Ich habe bisher einfach noch niemanden kennengelernt, in den ich mich verliebte», sagt die Amerikanerin.
«Es ist einfach nur schrecklich, dass die Medien behaupten, ich sei lesbisch, nur weil ich kein Sexabenteuer nach dem anderen habe. Was ist so schlimm daran, dass ich auf den Richtigen warten möchte?»
Schon seit ein paar Jahren kursiert das Gerücht hartnäckig in der amerikanischen Klatschpresse. «Manchmal denke ich, dass vieles einfacher wäre, wenn ich tatsächlich lesbisch wäre. Schon allein weil das mit den Männern so eine Sache ist», lacht sie. «Aber ich kann nun einmal nichts dagegen tun – ich stehe einfach auf Jungs.»
Ihre Biografie liest sich wie ein Märchen: Kelly, das Mädchen vom Land und arm wie eine Kirchenmaus möchte in Los Angeles gross rauskommen. Zuerst allerdings will niemand etwas von ihr wissen.
«Ich musste in Restaurants jobben und putzen gehen, um meine Miete bezahlen zu können. Ich habe alles versucht, aber irgendwie wollte nichts so richtig klappen», sagt sie.
«Als unser Apartment abgebrannt war und ich nicht mehr wusste, wo ich schlafen konnte, bin ich dann doch wieder nach Hause gefahren.»
Ihre Mutter Jeanne Rose, Grundschullehrerin, war es schliesslich, die sie überredete, in der Castingshow «American Idol» mitzumachen. «Ich habe mir gar keine Gedanken darüber gemacht, was passieren könnte, wenn ich gewinne», erinnert sich Kelly Clarkson.
«Es war ja auch die erste Staffel und keiner wusste, was auf einen zukommt. Und dann – wumm – passierte alles so schnell.»
Mit «Because of You» sang sich das «Girl next door» in die Herzen der Amerikaner. Mit über zwanzig Millionen verkaufter Tonträger weltweit, acht US-Top-Ten-Hits, zwei Grammys, etlichen MTV Video Music und American Music Awards hat es die 26-Jährige geschafft, sich in der Musikbranche zu etablieren.
«Zuerst fühlte es sich an wie in einem Traum», sagt sie. «Aber dann war ich in der Presse nur noch das Pummelchen. Es ist furchtbar, wenn die Zeitungen mich im Bikini zeigen und darunter steht: ‹Auch Promis haben Cellulitis.›» Natürlich habe sie keinen perfekten Körper und dazu stehe sie auch. Warum dann das Plattencover ihres neuen Albums «All I Ever Wanted» bearbeitet wurde, kann sie nicht so richtig beantworten.
Tatsache ist, dass die schlankere Version von Kelly Clarkson in Amerika von Position 97 auf Platz eins der Hitparade aufstieg. Was der grösste Sprung aller Zeiten ist und womit sie sogar Pop-Prinzessin Britney Spears überholte.
Allein die Single «My Life will Suck without You» verkaufte sich in der ersten Woche über 300 000 Mal. Natürlich wird sie erst wissen, wovon sie da singt, wenn sie mit ihrem Traummann erste Erfahrungen sammeln konnte.