Delilahs-Trennung Der schönste Aprilscherz der Schweiz

  • Publiziert: 01.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Gabriel Brönnimann
play Rock´n´Roll kann so schön sein: die Delilahs – Muriel (Bass und Gesang), Michaela (Drums) und Isabella (Schlagzeug). (Little Jig Records)

Die Zuger Rock-Ladys blicken ernst auf ihrem Bandfoto. In ihrem letzten Gespräch vor der Band-Auflösung sind sie aber heiter.

«Ich habe genug! Wir ziehen uns aus dem Scheiss-Musikbusiness zurück» – dieses Zitat von Frontfrau Muriel Rhyner (21) von der Girl-Rockband Delilahs aus Zug erreichte die BLICK-Redaktion per Mail. Der Schocker im Betreff: «Delilahs lösen sich auf!» Grund: «interne Unstimmigkeiten».

Streit bei den Delilahs? Sehr seltsam. Zwei Stunden vor Erhalt des Mails sass der BLICK-Redaktor mit den Rock-Ladys in einer Zürcher Bar – von Zoff keine Spur. Die Interview-Notizen machen nicht schlauer: «Wir sind extrem glücklich. Die neue CD ist eine Erlösung nach dem zweijährigen Streit mit dem alten Management!», sagte Muriel, während sie Zigaretten mit Isabella Eder (21) teilte («wir teilen Zigis, Getränke, Schminksachen und Haarspray»). Starten die drei Schönen eine Schauspielkarriere?

Moment: 1.-April-Alarm! Wäre auch zu schade, wenn die Delilahs kurz vor dem Durchstarten wieder verschwinden würden. Jetzt, wo ihre EP «If We Don’t Shout» auf DRS 3 rauf und runter gespielt wird.

Im schönen Scherz steckt aber auch ein wahrer Kern. Denn «Unstimmigkeiten» gab es tatsächlich: Eine ganze CD hatten die Delilahs produziert – und gerieten sich dann mit dem Ex-Manager in die Haare.

«Plötzlich merkst du, dass es denen nur darum geht, eine Chick-Band zu produzieren, uns Songs aufzudrücken, möglichst viel Kohle zu machen», sagt Muriel. «Hauptsache grosser Ausschnitt», meint Isabella – «das ist dann der Frauenbonus.» Die CD erschien nie.

Noch immer müssen die Delilahs kämpfen, um als Musikerinnen ernst genommen zu werden. «Wir könnten ja viel mehr zeigen, wenn wir wollten. Aber uns gehts um Musik.» Muriel: «Klar zieht man sich auf der Bühne schön an – bei Männern sagt da nie jemand was. Und wir spielen das ja nicht aus, wir verstecken uns aber auch nicht.»

Zum Glück nicht, möchte man anfügen. Die Delilahs brauchen sich musikalisch nicht zu verstecken. Und sonst sicher auch nicht.

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