«Eurovision Dance Contest» in London Denise Biellmann: Schwere Verletzung im Training

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • von peter padrutt

ZÜRICH – Stolz hebt Denise Biellmann beim Paso Doble den Kopf, reisst die Schultern zurück. Plötzlich ein stechender Schmerz. Und der rechte Arm hängt schlaff herunter.

«Es tut unglaublich weh», klagte Denise Biellmann (44) gestern vor dem Abflug mit ihrem Tanzpartner Sven Ninnemann (32) zum ersten «Eurovision Dance Contest» nach London. Ein Grossereignis. 16 Nationen übertragen das Promi-Tanzen am Samstag. SF 1 ist ab 21 Uhr live dabei. Sascha Ruefer (35) kommentiert.

Ernste Mienen gestern im Team des Schweizer TV am Flughafen Kloten: Auf Biellmanns rechter Schulter kleben Pflaster. Sie kann nur die linke Hand zum Gruss ausstrecken. «Ich muss Mittel gegen Schmerzen und die Entzündung nehmen», sagt sie gequält.

Es passierte diesen Montag in einem Zürcher Trainingscenter. Seit dem 11. Juli schwitzen hier Denise Biellmann und Sven Ninnemann für den TV-Tanzwettwerb. Täglich 3 Stunden. Standardtänze sind Neuland für die 12-fache Eiskunstlauf-Weltmeisterin und Kür-Olympiasiegerin von 1980.

Die Arme hoch, unten durch. Wilde Bewegungen, ekstatische Drehungen. Der lateinamerikanische Tanz Paso Doble fordert Denise. Dann zuckt Biellmann zusammen. Die Schulter ist ausgekugelt. Erst versucht ein Trainer aus einem nahen Fitnessclub, die Schulter einzurenken. Schliesslich schaffts die Ärztin in der Praxis um die Ecke. «Wir arbeiteten hart – und jetzt das!», sagt die Grossmeisterin auf Kufen aufgewühlt.

Die Zeit ist knapp: In London behandelt ein Physiotherapeut Biellmanns Schulterluxation. Ein Arzt der BBC steht den Schweizern auch zur Seite. Bange Frage: Hält die Schulter?

Der erste Tanz ist der härteste: Mit einem Paso Doble zum Lied «Malagueña» von Caterina Valente müssen die beiden den Contest eröffnen. In der folgenden Kür dürfen sie sich tänzerisch frei austoben. «Vielleicht passen wir die Choreographie etwas an», sagt Ninnemann. Aber Biellmann verspricht: «Wir werden uns für die Show nicht schonen!»

Schön wärs, wenn sich die Schweiz in den Show-Olymp tanzen würde. Nach den Debakeln von DJ Bobo (39) am Eurosong Contest und Lys Assia (83) am GP der Volksmusik wollen wir endlich mal wieder auftrumpfen!

Trotz ihrer schmerzhaften Verletzung: Denise will sich am Samstag im Wettbewerb nicht schonen.- SF

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