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Emil, der Held! Legendär seine Mimik, unvergesslich seine Sketche: Dreissig Jahre spielte Emil Steinberger die Kultfigur – und die halbe Welt lachte über den bünzligen, liebenswerten, trotteligen Schweizer. 1987 war Schluss. Fertig. Aus. Steinberger schickte Emil in Pension – und sich selbst nach New York. Von dort aus schrieb er Kolumnen, Werbespots und Bücher. Ab 1999 ging er damit auf Lesereise. Von seiner Kultfigur wollte Steinberger nichts mehr wissen. Nie mehr Emil!
Und jetzt? Gegenüber SonntagsBlick kündigt der mittlerweile in Montreux VD wohnhafte Kabarettist seine Rückkehr an: Zu seinem 75. Geburtstag am 6. Januar lässt er in einem spassigen Lied den alten Emil wieder aufleben: Mit «Suppe, Wurscht und Brot» veröffentlicht er erstmals in seiner Karriere einen Popsong mit Sätzen aus Emil-Nummern. «Vielleicht landet dieser sogar in der Hitparade», witzelt er. Geplant sind ausserdem an die 50 Auftritte in der Schweiz und Deutschland. «Ich kann meinen Lebensabend nicht mit Blümleinpflücken verbringen», sagt er. «Kunst und Kabarett sind mein Leben.» Damit nicht genug. In seinem Jubiläumsjahr steht noch mehr Emil an. Das alles kommt:
• EINE CD: Darauf enthalten sind neben «Suppe, Wurscht und Brot» neue Geschichten und alte Sketche rund um das Thema Essen. Uraufführung ist an seinem Geburtstag, im Luzerner Stadttheater. Die Aufführung wird von Radio DRS übertragen.
• TV-SHOWS: Ebenfalls am 6. Januar strahlt das Schweizer Fernsehen ab 20 Uhr einen speziellen Talk mit Emil und Ursus und Nadeschkin aus sowie eine Wiederholung seines berühmten Programms «Füürobig» (1980). Auftritte sind auch im deutschen TV geplant.
• TOURNEEN: Schon jetzt hat Emil Steinberger bis zu 50 Auftritte gebucht. In seinem 100-minütigen Programm «Drei Engel!» liest er nur noch fünfzehn Minuten aus seinen Büchern. Der Rest der Show sind komödiantische Beobachtungen und Erinnerungen. «Dabei schleichen sich der Emil und seine Mimik immer mehr hinein», sagt Steinberger. Er habe eine Statistik zum Programm erstellen lassen: «In 100 Minuten gibt es mindestens 200 Lacher!»
• EIN BUCH: voller Geschichten zu seinen Zeichnungen «Am Fenster», ein Sketch von 1970.
• AUSSTELLUNGEN: Die bekannten «Wochenblätter», die er mit seiner Gattin Niccel (42) wöchentlich ab 2000 kreierte, werden in Deutschland ausgestellt. Auch in Berlin.
Emil Steinberger zu seiner grossen Rückkehr: «Es überrascht und freut mich, dass die Menschen mich nicht vergessen haben, ja dass sie von Emil regelrecht angefressen sind.» Von seinem frisch erweckten Enthusiasmus ist auch die Gattin angesteckt, die ihn in allem unterstützt: «Es macht mir grossen Spass, weil es den Leuten Spass macht», sagt Niccel. Sie und ihr Mann seien arbeitsmässig momentan zwar oft am Limit. Aber jeder Tag bringe spannende Begegnungen und Erlebnisse.
Eine Schweizer Legende kehrt zurück: «Es ist herrlich, das alles noch einmal erleben zu dürfen», sagt Emil Steinberger. «Ich habe 1987 wirklich gedacht, dass ich nun nie mehr auf der Bühne stehen würde. Aber Arbeiten und Zufälle führten mich wieder auf die Bretter. Und dass der Emil und der Steinberger heute zusammen wirken, ist für mich doppelt schön.»