ZÜRICH – Gestern war Filmstart von «Da Vinci Code». Mit dem BLICK-ABC verlieren Sie im Kino nicht den roten Faden.AlbinoEin seltener genetischer Defekt. Betroffene wie der Mönch Silas in Dan Browns Roman haben keine Farbpigmente in Auge, Haut und Haar.Brown, Dan (42) arbeitete als Englischlehrer, bevor er mit dem Roman «Illuminati» weltweit für Aufsehen sorgte. «The Da Vinci Code» ist sein bislang grösster Erfolg. Brown ist mit einer Kunsthistorikerin verheiratet, die massgeblich für seine Bücher recherchiert. Die deutsche Ausgabe des «Da Vinci Codes» heisst «Sakrileg», weil der Verlag an seinem Marketing-Prinzip festhielt, Browns Romane nur mit «Ein-Wort-Titeln» erscheinen zu lassen.Code Eine Folge von Zeichen, Zahlen oder Buchstaben, die für etwas anderes stehen – der Schlüssel zu einem Geheimnis. Im «Da Vinci Code» gehts um eine Kette verschiedener Codes, die zum angeblichen Urgeheimnis des Christentums führen, dem Kind von Jesus und Maria Magdalena.Da Vinci, LeonardoDas italienische Universalgenie lebte von 1452 bis 1519. Leonardo betätigte sich als Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Naturforscher und Konstrukteur. Die «Mona Lisa» und das Wandgemälde «Das Abendmahl» gehören zu seinen berühmtesten Bildern.EvangeliumSchrift über das Leben des Jesus von Nazareth. In der Bibel sind vier Evangelien überliefert. Es gab aber noch mehrere, die von der Kirche nicht anerkannt wurden.Fibonacci-FolgeZahlenfolge, die der Mathematiker Fibonacci im 12. Jahrhundert entdeckte. Die Zahlenreihe startet mit Null und Eins, jede weitere Zahl ist die Summe ihrer beiden Vorgänger: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 usw. Fibonacci-Zahlen finden sich in vielen Bauplänen von Pflanzen. Dan Brown benutzt sie als Verschlüsselungs-Code.GralEine seit dem 12. Jahrhundert in verschiedenen Varianten überlieferte Legende. Das Wort Gral stammt vom okzitanischen grazal, was Gefäss oder Schüssel heisst. Der Gral verleiht dem, der ihn findet, ewiges Leben. In einer christlichen Variante ist der Gral ein Kelch, in dem ein Jünger Jesu bei dessen Kreuzigung das Blut auffing.Hanks, Tomist einer der grössten Hollywoodstars. Wenn der 49-Jährige schauspielert, klingeln die Kassen: Von «Forrest Gump» bis «Apollo 13». Als er die Anfrage für «Da Vinci Code» erhielt, hatte er keine Ahnung, worum es dabei gehen soll. «Ich dachte, ich sollte Leonardo Da Vinci spielen.» IlluminatiIlluminati (lat: Erleuchtete) geistern seit Jahrhunderten als mächtiger Geheimbund durch die Verschwörungstheorien. Der Ursprung der Legende liegt im 1776 vom deutschen Philosophen Adam Weishaupt gegründeten «Bund der Perfektibilisten». Weishaupt schwärmte für die Aufklärung. 1778 wurde der Verein in «Illuminatenorden» umbenannt und 1785 als «staatsgefährdend» und unchristlich verboten. Der Orden zerfiel. Bis heute wird kolportiert, die Illuminaten hätten nach ihrem Verbot weiter bestanden.JesusDer jüdische Wanderprediger wurde um das Jahr 30 von den römischen Besatzern in
Jerusalem wegen Aufruhrs hingerichtet. Seine Anhänger galten zunächst als jüdische Sondergruppe, aus der sich bald die neue Religion des Christentums entwickelte.KreuzzügeSpätmittelalterliche Kriege zur Befreiung des Heiligen Landes von den ungläubigen Muslimen – und zur eigenen Bereicherung der christlichen Ritter. Der erste startete 1096, der letzte von total acht 1270. Das Ergebnis war ein komplettes Desaster.Landon, Robertist Symbologe und Professor an der Harvard-Universität. Er ist eine Erfindung von Dan Brown und die Hauptfigur mehrerer Bücher. Im
Film wird er von Tom Hanks verkörpert.Maria MagdalenaNach der Bibel die wichtigste Jüngerin Jesu. Moderne Bibelforscher schliessen nicht aus, dass die beiden eine erotische Beziehung hatten. Einen Beweis dafür gibt es aber nicht – schon gar nicht für ein gemeinsames Kind. Die Kirche machte aus der Begleiterin Jesu eine Hure. Nach der Legende starb sie in Südfrankreich.Opus DeiDie streng katholische Vereinigung wurde 1928 vom Spanier Josemaría Escrivá gegründet. Opus Dei hat weltweit 85000 Mitglieder, in der Schweiz nur rund 200. Dem Club wurden früher Verbindungen zu ultrarechten Kreisen nachgesagt. Heute sind die berühmtesten bekennenden Mitglieder zwei linke Frauen: die italienische Senatorin Paola Binetti und Ruth Kelly, Ministerin unter Tony Blair.Priorité de SionIn Browns Roman ein Geheimorden, der das Geheimnis der Templer hütet. In Wirklichkeit eine Erfindung des französischen Antisemiten
Pierre Plantard (1920–2000). Seine angeblichen Beweise wurden allesamt als Fälschungen enttarnt.QuerelenIm Vorwort behauptet Brown, sein Buch beruhe weitgehend auf historischen Fakten. In Interviews sprach er von Fiktion. Nach Tom Hanks ist «die Story grösstenteils Quatsch».RosenkreuzerGeheimgesellschaft im Dunstkreis der Aufklärung. Ihre Philosophie mixt Alchemie, Esoterik, Kirchenkritik und Magie. Angeblich sind die Philosophen Descartes und Spinoza Mitglieder gewesen. Heute gibt es viele kleine Zirkel, die sich als Erben der Rosenkreuzer sehen.St-SulpiceEine alte Kirche in
Paris und einer der Hauptorte in Browns «Sakrileg». Hier ermordet Killer-Mönch Silas die Nonne Sandrine, die eine Agentin der «Priorité de Sion» ist.TemplerDer Ritterorden häufte mit den Kreuzzügen sagenhafte Reichtümer an. Weil er dem König von Frankreich, Philipp IV., gefährlich wurde, liess er zahlreiche Templer am Freitag den 13. Oktober 1307 wegen Ketzerei und Homosexualität verhaften. Viele Ritter endeten auf dem Scheiterhaufen. Seitdem gilt der «Freitag, der 13.» als Pechstag.UrteilDas Autoren-Duo Richard Leigh und Michael Baigent verklagte Dan Brown wegen Plagiats. Brown wurde von Richter Peter Smith freigesprochen. Der Jurist versteckte im Urteil ebenfalls eine Botschaft: «Jackie Fisher, wer bist du? Furchtlos!» hiess die Lösung – eine Anspielung auf einen Admiral der königlichen Flotte und sein grösstes Schlachtschiff.VatikanDer kleinste von der Uno anerkannte
Staat der Welt: 0,44 km2, 552 Staatsbürger. Hier lebt der Papst und regiert die katholische Kirche.Westminster AbbeyIn der Londoner Kathedrale werden die englischen Könige gekrönt und begraben. Auch Dan Browns Romanfiguren erleben hier eine entscheidende Begegnung.X-LinienZwei sich kreuzende Linien auf dem Boden der Kirche St-Sulpice geben den Ort an, wo laut «Sakrileg» ein Hinweis auf den Gral versteckt liegt. Yes«Generation Yes» nennen Soziologen die heutige Jugend. Sie hält nichts von alten Idealen, weder politisch noch religiös. Stattdessen bastelt sie sich eigene Theorien über Gott und die Welt zusammen. Ideale Kundschaft für Dan Brown.ZingulumEine Kordel, mit der Mönche und Nonnen ihre Ordenstracht binden. Die Knoten stehen für die Gelübde Keuschheit, Gehorsam und Armut. Mönch Sila trägt ein Zingulum.
Reaktionen zum Film
So fantastisch das Buch ist, so schlecht ist der Film! Weshalb wird eine exzellente, durchdachte Geschichte im Kino plötzlich auf Kitsch umgeschrieben? Dass die sonst so aussergewöhnlichen Schauspieler in diesem Film lahm und schlecht spielen, kann ich mir nur damit erklären, dass auch ihnen die umgeschriebene Geschichte nicht gefallen hat. Und dass im Film Sophie als ungläubige, unselbständige Frau dargestellt wird (sie löst im Film kein einziges Rätsel), zeigt dass die Filmemacher überhaupt nichts kapiert haben.
Gögs Andrighetto, DegersheimDer Film hat mir sehr gut gefallen, er war äusserst spannend und sehr interessant. Leider war er für Laien etwas schwierig zu vestehen (da ich all diese Gruppierungen und Reliquien nicht so gut kenne). Insgesamt würde ich ihn weiterempfehlen oder sogar nochmals schauen.
Denja Steimgeier, ZürichVolltreffer!
Mladenka Miljkovic, SchafisheimKein Vergleich mit dem Buch – irgendwie zu wenig phantasievoll verfilmt. Der Film raubt die Illusion, die das Buch dem Leser hergibt.
Hansheinrich Hefti, SchwandenIch war enttaeuscht. Nicht nur, dass Hanks & Tautou schlecht gespielt hatten, ausserdem fand ich es sehr traurig, dass Szenen aus dem Buch völlig anders dargestellt und Fakten (des Buches) verdreht wurden. Herrvorragende Darstellungen von Sir Leigh, Silas, Fache konnten den Film aufbessern. Ausserdem hab ich das Gefühl, dass die Essenz des Buches im Film nicht wirklich dargestellt wird. Es ist mehr ein Puzzle als ein ganzes Bild. Auch bei «Jungfrauen» (Nicht-Buch-Lesern) kann es ein durchaus sein, dass der Film als mittelmässig beurteilt wird.
Sibylle Straessle, WittenbachDer Film konnte die Spannung des Buches in keiner Weise erreichen. Der Eindruck ist etwas wirr irgendwie geht alles ein bisschen zu schnell. Man hat den Eindruck als seien da verschiedene Filme zusammengeschnitten worden.
Jeannette Gasser, ArthKommt nie und nimmer ans Buch ran, trotz nettem Staraufgebot. Nette Unterhaltung, doch das Buch ist zu bevorzugen.
Linda Mähs, ZürichIch finde den Film sehr gut, obwohl ich das Buch gelesen habe. Tom Hanks spielt auch gut. Die Geschichte ist ja teils pure Fantasie, aber sie fesselt einen trotzdem. Der Film wäre ein Grund, dass man sich mehr mit der Geschichte befassen sollte.
Edith Waeber, TafersDer Film ist ein echtes Erlebnis, verbunden mit schönen Erinnerungen an die schöne Zeit, als man das Buch gelesen hatte. Wirklich genau an der Vorlage umgesetzt und meist wirklich so wie im Buch beschrieben. Die einzelnen «Abkürzungen» im Film finde ich gut so. Musste ja auch so sein. Die Schauspieler haben ihre Rolle allesamt super gespielt.
Marcel Leupi, HorwIch fand den Film sehr spannend und fesselnd und würde ihn auch ein 2. Mal schauen gehen.
Francesco-Mario Gallo, Zürich