Liberté, Egalité, Sexualité Carla Bruni nackt!

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • von Johannes von Dohnànyi

Die Verlobte von Nicolas Sarkozy posiert für ein spanisches Männermagazin. Das schadet Frankreichs Präsidenten – und steigert den Marktwert der sexverrückten Sängerin.

Ein wenig verloren sah er schon aus, Monsieur le Président, als er gestern, Samstag, mutterseelen-allein vor dem Taj Mahal stehen musste. Das Mausoleum am Rand der indischen Stadt Agra gilt als das grösste Denkmal aller Verliebten auf der Welt. Und hier war Nicolas Sarkozy (51) hier angekommen, erschöpft nach 48 Stunden Dauerfeilschen um den Verkauf französischer Atom-Technologie und modernster Waffensysteme – es war ihm deutlich anzusehen, wie sehr er in diesem Augenblick seine Skandalverlobte vermisste.

Alle anderen, Sarkozys indische Gastgeber ebenso wie die Protokollbeamten des Elysée-Palastes, waren erleichtert, dass Carla Bruni (39) nicht in Agra aufgetaucht war. Der befürchtete «Coup de grace», der Gnadenschuss des image-geschädigten Präsidenten war ausgeblieben. Dass sich die Verlobte des Präsidenten halbnackt für eine Werbekampagne des italienischen Autobauers Lancia hatte fotografieren lassen, war schon peinlich genug. Aber mit den Aktfotos in der Februar-Ausgabe des spanischen Männermagazins «DT» hat es das ehemalige Top-Model, das sich selbst als «sexuell masslos» bezeichnet, endgültig übertrieben.

Denn egal, wann genau sie sich in den letzten Wochen für die holländische Starfotografin Inez van Lamsweerde (44) auszog – ob vor oder nach Beginn der Liebschaft mit dem frisch geschiedenen Staatspräsidenten –, einerlei auch, ob die Bilder im Keller des Elysée oder eben doch «nur» in einem Studio entstanden sind – nie hätte sich Frankreichs künftige Premiere Dame – nackt bis auf einen teuren Ring und kniehohe Lackstiefel – auf einem schwarzen Ledersofa räkeln dürfen.

Da half es auch nichts, dass der Ring nicht, wie zuerst behauptet, das Verlobungsgeschenk des Präsidenten war. Wie urteilte doch der französische Philosoph Michel Onfray (48) über das «obszöne Gehabe» am Amtssitz des Präsidenten? «Das ist das Ende der Politik.»
Doch der Philosoph irrt. Sarkozy mit seinem dandyhaft geöffneten Hemd, mit Zweitagebart und Luxusuhr, seine Blitzverlobte Bruni nabel-, oft auch BH-frei, die Schamlosigkeit, mit der sich die beiden von seinen Milliardärsfreunden aushalten lassen – all das ist nicht das Ende, es ist der Anfang: von Frankreichs neuer Politik. Die Fünfte Republik des kargen Generals Charles de Gaulle († 80), der sogar sein Mineralwasser aus eigener Tasche zahlte, ist tiefste Vergangenheit.

Niemand könnte diesen Wandel besser symbolisieren als Carla Bruni. Aufgewachsen ist die Italo-Französin in einer Luxusvilla im Piemont. Aus Angst vor der Terrorgruppe Rote Brigaden zog die Familie in den 70er Jahren nach Paris, Klein-Carla musste in ein Schweizer Internat. Das Studium an der Pariser Elite-Uni Sorbonne schmiss sie hin, ging statt dessen auf den Laufsteg. Bis zu acht Millionen Dollar pro Jahr machte sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Und nebenbei sammelte sie Männer. Wahre Liebe dauere nie «länger als drei Monate», hat Carla Bruni einmal gesagt. In ihrer beeindruckenden Sammlung prangt der Rolling Stone Mick Jagger ebenso wie Eric Clapton und der Milliardär Donald Trump.

Jedesmal, wenn ihrer Bilderbuch-Karriere ein Knick drohte, half sie nach – mit neuen Bildern . Das Internet hält die künftige Präsidentengattin in so gut wie jeder Lebenslage bereit: in der Sauna, oben ohne auf dem Laufsteg, nackt am Konzertflügel, wassertropfen-glitzernd nach der Dusche oder mit Katze im Arm. Immer verführerisch, manchmal als Softporno-Lolita. «Ich brauche es so sehr, dass man mich sieht, dass mir alles andere egal ist», hat Carla Bruni der Zeitschrift «Elle» offenbart.

Nicolas Sarkozy, der Präsident Frankreichs, ist aus ähnlichem Holz geschnitzt. Als «oberflächlich», «liebesunfähig» und «seines Amtes unwürdig» beschreibt ihn seine geschiedene Frau Cécilia (49), seine Politik sei «wie eine Westernkulisse mit nichts dahinter». Das mag die Rache einer Gedemütigten sein. Doch die Franzosen, die sich von «Sarko» einen seriösen Neuanfang erhofft hatten, entdecken nun nach und nach, wie recht Cecilia hat. Die Umfragewerte des Präsidenten liegen so tief wie nie. Profitieren wird nur Carla Bruni mit ihrem reich bebilderten Liebesalbum.  

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