00Bock auf die Schweiz

  • Publiziert: 24.11.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Simone Mathieu und Karin El Mais
play Umzug Marc Forster und seine Freundin Dana Kohler (kl. Bild) sind von Kalifornien nach London gezogen – wegen Bond. (Foto: Geri Born)

Der Bündner Regisseur Marc Forster (38) zieht mit Sack, Pack und Freundin Dana Kohler (29) nach London. Dort beginnen Ende dieser Woche die Dreharbeiten des 22. «James Bond»-Abenteuers. Enttäuschung für alle Eidgenossen: Keine einzige Szene spielt in der Schweiz!

Jedes Mal wenn im vergangenen Jahr irgendwo in den Schweizer Alpen eine Filmcrew gesichtet wurde, war die Aufregung gross. Alle hofften: Da hat «James Bond»-Regisseur Marc Forster seine Hand im Spiel und testet geeignete Drehorte für den nächsten «007». Die ganze Nation erwartet vom Hollywood-Schweizer, dass er seine Heimat im neuen Film prominent ins Bild rückt. Wäre ja nicht das erste Mal, dass die Schweiz als Kulisse für die Abenteuer des Topagenten Ihrer Majestät diente.

Doch o weh! Sechs Tage vor den ersten Aufnahmen stehen noch immer keine Schweizer Orte im Drehplan. Die britische Produktionsfirma Eon hütet Informationen über die rund um den Erdball verteilten Bond-Filmsets wie Kronjuwelen. Doch Beteiligte bestätigen SonntagsBlick: In der Schweiz steht 2008 keine Mission an.

Dabei hatten sich die Tourismus-Experten schon gefreut. «Es ist von unschätzbarem Wert, wenn die Schweiz in einem international beachteten Film vorkommt», sagt Hans-peter Danuser (60), Tourismusdirektor von St. Moritz GR. «Wegen der Schilthorn-Szene in ‹On Her Majestys Secret Service› hatte der Tourismus bei uns stark angezogen.» Auch Urs Kessler (45) von Tourismus Jungfrau Region sieht seine Felle davonschwimmen. «Es wäre traumhaft gewesen: James Bond vor Eiger, Mönch und Jungfrau – unser Markenzeichen wäre in die ganze Welt hinausgetragen worden.»

Vielleicht kann Forsters Berner Freundin Dana Kohler das «007»-Steuer noch herumreissen. Sie lebt vorläufig zusammen mit Forster in einer Londoner Wohnung – wegen «Bond». Erst wenn der Film im Kasten ist, zieht das Paar zurück in seine kalifornische Villa. Während ihr Liebster bis zum Hals in Dreharbeiten steckt, hat Dana Zeit, immer wieder in ihre Heimat zu pendeln. Es gibt also Hoffnung, dass sie die Hilferufe der Eidgenossen mit nach London nimmt und an Forster heranträgt. Und dass der sich bei den Verantwortlichen Gehör verschafft für das Land, in dem einige der spektakulärsten «Bond»-Stunts realisiert wurden.

Noch ist nicht aller Tage Abend. Der neue Bond kommt erst im November 2008 ins Kino. Oder wie Produktionsmanager Leonard Gmür (65) sagt: «Ein ‹Bond› ist erst fertig, wenn die letzte Szene im Kasten ist. Bis dahin ist noch alles möglich.» 

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