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Im Sport fasziniert die Menschen kaum etwas so sehr wie die Rückkehr von Stars auf die grosse Bühne. Wenn Athleten sich wieder dem Kampf mit den Besten stellen, laufen im Kopfkino der Zuschauer die Bilder von mitreissenden Momenten der Vergangenheit. Es stellt sich die Frage: Wird alles noch mal so gut wie früher?
Capriatis Wandel
In den Fällen von Jennifer Capriati und Monica Seles war es so. Capriati, die wie Hingis und Seles mit knapp 14 Jahren das Tour-Debut gab, setzte nach ihrem Comeback erst richtig zum Höhenflug an. Das hatte kaum jemand für möglich gehalten, nachdem der verwirrte Teenager mit 17 Jahren zunächst in einen Ladendiebstahl verwickelt war, dann wegen Drogenbesitz verhaftet wurde und später mit Alkohol- und Gewichtsproblemen kämpfte. Aber nach ihrer Rückkehr mit 20 Jahren holte sie Versäumtes nach. Die junge Frau gewann 3 Grand-Slam-Titel und bestieg fünf Jahre nach dem Comeback erstmals den Tennisthron.
Phänomenale Seles
Im Fall von Monica Seles war es die Messerattacke des geistig verwirrten Günter Parche in Hamburg, der sie mit 19 Jahren als Nummer 1 zum Rückzug zwang. Als sie gut zwei Jahre später als Co-Nr. 1 wieder in die Tour eingriff, gelang ihr ein phänomenales Comeback. Sie gewann mit einer Wild Card ihr erstes Turnier in Toronto. Ein paar Monate später folgte ihr letzter grosser Triumph mit dem Gewinn des Australian Open.
Auch Martina Hingis will ihren fünf Grand-Slam-Titeln im Einzel zumindest noch einen hinzufügen. «Ich glaube an dieses Ziel, sonst würde ich nicht zurückkommen», sagt sie. Ihre Tennis-Sinfonie ist noch unvollendet. Die zweite Karriere hat eben erst begonnen.