Zürcher Beizer wegen Wein-Betrug vor Gericht Flasche leer im Zentraleck

ZÜRICH - Paolo C. (55) und sein ehemaliger Angestellter Francesco R. (36) sollen versucht haben, die Mobiliar um 250'000 Franken zu prellen. Gestern standen die mutmasslichen Betrüger vor dem Bezirksgericht Zürich.

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Francesco R.* (36) ist gelernter Sommelier. Doch bei diesem Geschäft hatte der Weinkenner vom Zürcher Zentraleck keinen guten Riecher: Gemeinsam mit seinem damaligen Chef Paolo C.* (55) soll er versucht haben, die Mobiliar um rund 250’000 Franken zu prellen. Die Versicherung hat den Betrug nicht geschluckt – statt Geld könnten die ehemaligen Kollegen nun Haftstrafen kassieren. Gestern standen sie vor dem Bezirksgericht Zürich.

Weine für 220’000 Franken bestellt

Der Laden lief schlecht. Um das zu ändern, soll Paolo C. laut Staatsanwaltschaft folgenden Plan ausgeheckt haben: Der Italiener liess seine Nichte im August 2012 eine Betriebsversicherung bei der Mobiliar abschliessen. Danach begann der Grosseinkauf. Im Auftrag seines Chefs orderte der Sommelier Weine für fast 220’000 Franken. «Darunter waren die teuersten Weine der Welt», sagt R. vor Gericht.

Doch anstatt die bestellten Kisten im Keller des Restaurants zu lagern, bringen die Männer sie unter anderem bei der Konditorei von Paolo im Kreis 5 unter. Vor Weihnachten lässt C. seinen Angestellten auch noch die restlichen Bestände aus dem Keller wegschaffen. 

Fingierter Einbruch

In der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember wird die Lagertür aufgebrochen, eine entsetzte Anwohnerin ruft die Polizei. Kurz darauf machen die Männer den Schaden bei der Versicherung geltend. Die Mobiliar zweifelt – und kommt den Italienern auf die Schliche. Am 12. Juni 2013 werden die Kompagnons verhaftet, viele der vermissten Weinflaschen können sichergestellt werden.

Auch der Staatsanwalt ist überzeugt: Der Einbruch war fingiert, um die Versicherung zu prellen. R. ist geständig, er soll als Mittäter zu 14 Monaten bedingt verurteilt werden. Haupttäter Paolo C. streitet alles ab, beschuldigt bis zuletzt seinen ehemaligen Angestellten: «Er wollte die Weine schwarz verkaufen.» C. drohen drei Jahre Knast, ein Jahr davon soll er absitzen. Das Urteil folgt am Donnerstag. 

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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4 Kommentare
  • Sven  Jeker , via Facebook 13.12.2016
    Vor zwei Wochen wurden einem Schweizer DJ für eine eine Tiefere Summe 6Jahre aufgebrummt!? Hier drei Jahre wovon nur eines Abzusitzen ist.. Irgendwas stimmt mit unserem System definitiv nicht.

    • Beni  Ambühl aus Bern
      13.12.2016
      Beim DJ sind durch das Feuer 2 Menschen sehr schwer verletzt worden, fast gestorben. Es handelte sich zwar um die Brandstifter selber, aber der Drahtzieher-DJ nahm das durch seinen Auftrag trotzdem in Kauf. Wäre das nicht passiert, hätte es auch nicht 6 Jahre gegeben. Das ist der grosse Unterschied zu einer nur aufgebrochenen Türe in diesem Fall hier.
    • Sarah  Keller 13.12.2016
      @Jeker + Ambühl
      Ich muss gleich beiden widersprechen: Der DJ hat die 6 Jahre nicht nur für diese Anstiftung zur Brandstiftung kassiert, sondern kumulativ für frühere Betrugsdelikte, Urkundenfälschungen sowie betrügerischen Konkurs. Ich finde ja manchmal gewisse Strafmasse auch puren Hohn, trotzdem sollte man bei Vergleichen von Urteilen von Tatsachen ausgehen - auch wenn es natürlich skandalöser tönt, dass einer für das Anzündenlassen seiner Plattensammlung 6 Jahre gekriegt haben soll.
    • Peter  Schmid 13.12.2016
      Sie sind offenbar kein Jurist. Im anderen Fall kamen noch diverse andere Delikte dazu und die Deliktssumme ist bei weitem nicht das einzige Argument für die Höhe der Strafe, die ganzen Umstände, die Art der Tatbegehung und die Vorbereitungshandlungen sind ebenfalls massgeblich.